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National

Zivilbeamte sollen Babelsberg-Fans gezielt provoziert haben

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 13. November 2017
Quelle: imago

Beim Landespokal Viertelfinale zwischen Optik Rathenow und Babelsberg 03 soll die Polizei die Gästefans mehrfach provoziert und körperlich angegangen haben. Außerdem wurden mehrere Fans mit Stadionverboten belegt.

Wie das Fannetzwerk „Nur03“ berichtet, wurden ein Teil der Fans mit Stadionverboten belegt, ohne dass ein vorhergehender Vorfall diese rechtfertigt. Nach Abpfiff wurde den Gästefans außerdem der Zugang zur Innenstadt verwehrt, wobei die Fans auch körperlich angegangen wurden. Am schwersten wiegt jedoch ein Vorfall während dem Spiel. Das Fannetzwerk schildert, dass eine unbekannte Person im Gästeblock Spieler von der Heimmannschaft rassistisch beleidigt hat. Nachdem ihn andere zur Rede gestellt hatten und von ihm verlangten den Block zu verlassen, soll dieser in ein Auto der Bereitschaftspolizei eingestiegen sein. Möglicherweise handelt es sich also um eine geplante Aktion eines Agent Provocateur.

„Nur03“ möchte diese Vorfälle noch ausführlich aufarbeiten, nachfolgend jedoch die erste Stellungnahme:

Beim gestrigen Viertelfinale im Brandenburger Landspokal zwischen dem FSV Optik Rathenow und dem SV Babelsberg 03 kam es zu zahlreichen Provokationen durch Einheiten der Bereitschaftspolizei Brandenburg und womöglich sogar zum Einsatz eines sogenannten Agent Provocateure. Wir sind schockiert und fassungslos!

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Wir, das Netzwerk zur Unterstützung repressionsbetroffener Nulldreier*innen (nur03*) sind gerade dabei die Vorkommnisse zu sammeln und aufzuarbeiten. In Kürze wird dazu ein ausführlicher Bericht erscheinen. Vorab können wir folgendes vermelden:

=> Sicher ist, dass Einheiten der Bereitschaftspolizei ohne jede Rechtsgrundlage oder Rechtfertigung willkürlich Stadionverbote gegen mehrere Nulldrei-Fans erteilen und durchsetzen wollten. Als Grundlage wurden offenbar Listen aus der sogenannten Datei Gewalttäter Sport verwendet, wobei allen als C oder B kategorisierten Fans Stadionverbote zugeschrieben wurden.

=> Während des Spiels beschimpfte eine unbekannte Person einen Spieler von Optik Rathenow rassistisch. Daraufhin wurde diese Person von Nulldrei-Fans zur Rede gestellt und zum Verlassen des Gästeblocks aufgefordert. Dem kam die Person nach, wobei sie sich nicht gänzlich entfernt, sondern in ein Fahrzeug der Breitschaftspolizei eingestiegen ist.

=> Nach Abpfiff kam es ebenfalls zu Provokationen durch die eingesetzten Beamt*innen. Die Nulldrei-Fans wurden auf dem Weg zum Bahnhof weggedrängt, geschubst und ihnen wurde der Weg in die Innenstadt verwehrt.

Dass das Ziel der Provokationen und Repressionen in erster Linie die Nulldrei-Fans waren, beweist die sehr hohe Toleranz bezüglich Provokationen und Beschimpfungen von Seiten der Fans von Optik Rathenow.

Aufgrund der Fokusierung der Polizei beinah auschließlich auf die Nulldrei-Fans, aufgrund der nicht nachvollziehbaren Willkür beziehungsweise der Unwissenheit in Bezug auf das Zustandekommen von Eintragungen in die „Datei Gewalttäter Sport“ und der damit einhergehenden Konsequenzen sowie dem eskalativen Auftreten der Beamt*innen müssen wir davon ausgehen, dass dieses Verhalten Teil der Einsatztaktik war. Offenbar sollten von den Beamt*innen mit allen Mitteln, womöglich sogar durch den Einsatz eines sogenannten Agent Provocateure Ausschreitungen provoziert werden.