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ZIS-Jahresbericht: Weniger Strafverfahren, aber mehr Stadionverbote

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 09. Oktober 2018
Quelle: Jeronimo Ort

Der jährliche Bericht der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze wurde am Montag veröffentlicht. Während die Zuschauerzahlen und Einsatzstunden der Polizeikräfte weitestgehend konstant blieben, gab es eine erhöhte Zahl von Polizeimaßnahmen, bei einem gleichzeitigen Rückgang der eingeleiteten Strafverfahren. 

Trotz einer leichte Steigerung der freiheitsentziehenden/-beschränkenden Maßnahmen, welche auch Identitätsfeststellungen beinhalten, entsprach der Wert in der vergangenen Saison in etwa dem Durchschnittswert (ca. 10.650) der letzten vier Spielzeiten. Einen wesentliche Anstieg gab es lediglich in der 3. Liga, welchen die Polizei unter anderem durch den Aufstieg des FC Carl Zeiss Jena und nunmehr sieben Vereinen aus den neuen Bundesländern erklärt.

Interessant ist, dass die Anzahl der Strafverfahren dabei deutlich gesunken ist. Lediglich 6.921 (Vorjahreszahl: 8.023) eingeleitete Strafverfahren zählt der ZIS-Bericht, was einem Rückgang um 13,7 Prozent entspricht. Auch in der umstrittenen Datei Gewalttäter Sport ist ein Rückgang von etwa vier Prozent zu verzeichnen. Mit 10.345 Personen der Kategorie B und 3.288 der Kategorie C werden insgesamt 13.633 (14.210) Personen gelistet. Davon können 285 (300) der bundesweit erfassten Personen dem rechtsmotivierten Bereich und 140 (140) dem linksmotivierten Bereich zugerechnet werden.

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In der vergangenen Saison wurden außerdem mit 622 (197) mehr als dreimal so viele örtliche Stadionverbote ausgesprochen, bei bundesweit wirksamen Stadionverboten gab es einen Rückgang auf 499 (725). Nach Angaben der Zentralstelle des Deutschen Fußballbundes für die Erfassung bundesweit wirksamer Stadionverbote waren damit im September 2018 insgesamt 1.852 (1.667) solcher Verbote, davon 460 ausgesetzte, in Kraft.

Die Zahl der Verletzten im Rahmen eines Fußballspiels blieb nahezu konstant. Interessant ist hierbei die deutlich höhere Zahl an Verletzten durch polizeiliche Reizstoffe mit 141 gegenüber 53 Verletzten durch Pyrotechnik.

Nachfolgend einige der wichtigsten Kennzahlen, der gesamte ZIS-Bericht kann hier eingesehen werden:

  • 10.335 (9.440) freiheitsentziehende/-beschränkende Maßnahmen (feM/fbM)
  • 6.921 (8.023) eingeleitete Strafverfahren
  • 1.213 (1.226) verletzte Personen (nur Ligaspiele, keine Unfallopfer)
  • 13.633 (14.210) Personen der Kategorien B und C; 10.345 davon in Kategorie B und 3.288 in Kategorie C.
  • 622 (197) örtlich, 499 (725) bundesweit ausgesprochene Stadionverbote in der vergangenen Saison
  • 1.852 (1.667) insgesamt aktive Stadionverbote
  • 2.109.768 (2.240.607) Arbeitsstunden der Polizeien der Länder und des Bundes

Insgesamt wurden zur unmittelbaren Einsatzbewältigung der Polizeibehörden der Länder und des Bundes anlässlich der 1.153 betrachteten Spiele an den Standorten der ersten drei Ligen 2.109.768 (2.240.607) Arbeitsstunden geleistet, was einem Rückgang von rund 6 Prozent entspricht. Bei den Besucherzahlen ließ sich ebenfalls ein Rückgang um etwa 300.000 Zuschauer auf 21 Millionen feststellen.