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National

Zeigten Offenbach-Fans den Hitlergruß?

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 02. Juli 2014
Quelle: imago

Es wird allmählich zur Masche: Nicht zum ersten Mal besuchten Fußballfans am Wochenende eine Salafisten-Kundgebung, um gegen die ultrakonservativen Muslime zu demonstrieren. Dass sich dieses Publikum nicht aus linksliberalen Debattierzirkeln rekrutiert, bedingt die Sache selbst. Bei einem Auftritt des Salafistenpredigers Pierre Vogel in Offenbach sollen Kickers-Fans allerdings auch mit rechten Parolen und dem Zeigen des Hitlergrußes aufgefallen sein. 

Rebecca Pini wurde Augenzeugin der Ereignisse und verfasste einen offenen Brief an die lokalen Medien, der auch auf ihrer Facebook-Seite zu lesen ist.  Nachdem die Stadt Offenbach zunächst von einer friedlichen Gegendemonstration berichtet hatte, widersprach sie vehement:  „Ich habe auf der Gegenkundgebung Demonstranten gesehen, die sich zwar als OFC-Fans ausgaben, jedoch eindeutig als Nazis zu erkennen waren. Zum einen, weil sie den rechten Arm zum Hitlergruß ausstreckten. Zum anderen weil einige von ihnen Kleidungsstücke der Marke ‚Thor Steinar‘ trugen, die unter anderem der Brandenburgische Verfassungsschutz als Erkennungsmerkmal der rechtsextremen und neonazistischen Szene einstuft“, heißt es in dem Schreiben.

 

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Inzwischen hat sich auch die Stadt der Vorwürfe angenommen und ihrer Darstellung revidiert. Bürgermeister Peter Schneider und Ordnungsdezernent Dr. Felix Schwenke betonten am Montag einhellig, dass in Offenbach kein Platz für Extremisten sei – gleich welcher Ideologie sie sich bedienen: „Uns ist es außerordentlich wichtig, dass Jugendliche, die Bürger unserer Stadt sind, nicht Rattenfängern hinterherlaufen, egal ob es sich bei diesen um Rechtsextreme oder Salafisten handelt. Wir lehnen beide Extreme entschieden ab.“ Weiterhin kündigt die Stadt in einer Pressemeldung an: „Die beobachteten unerwünschten Personen sind uns bekannt und wir werden die Angelegenheit bei nächster Gelegenheit beim Fanprojekt der Kickers zum Thema machen.“

Es ist nicht das erste Mal, dass sich der Verein mit derartigen Ausfällen auseinandersetzen muss. Erst im März hatte der OFC Stadionverbote gegen elf Personen ausgesprochen, die beim Auswärtsspiel gegen die Reserve des 1. FSV Mainz 05 lautstark volksverhetzende Parolen skandiert und Polizisten angegriffen haben sollen. Bereits im Hinspiel hatten sich Anhänger der Offenbacher mit diskriminierenden und antisemitischen Sprechchören hervorgetan. Zu einer Einordnung der Vorwürfe und der Rolle rechtsextremer Fans in der Offenbacher Fankurve oder einem Kommentar war das Fanprojekt Offenbach auf Nachfrage allerdings nicht bereit. In einer Stellungnahme machte der Verein allerdings bereits im März deutlich: „Solche Äußerungen, Handlungen und ein solches Verhalten wird bei uns weder ignoriert noch geduldet.“