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National

„Wo sind eure Fahnen hin?“

Autor: Lukas Schäfer Veröffentlicht: 21. Mai 2015
Quelle: imago

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Diese Erfahrung müssen momentan auch die Anhänger des KSV Hessen Kassel machen, nachdem ihnen zahlreiche Zaunfahnen von Offenbachern entwendet wurden. 

Im April spielte der KSV Hessen Kassel auswärts gegen den SVN Zweibrücken. Dabei kam es auf einem Parkplatz in Zweibrücken zu einem Übergriff auf Fans des KSV. Einige Anhänger der Kickers Offenbach sollen das Auto der Kassel-Fans beschädigt haben und eine Tasche mit Kasseler Fan-Utensilien, inklusive Fahnen und Bannern, entwendet haben. Danach fotografierten sie sich mit der Diebesbeute und veröffentlichten das Foto im Internet.

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Seit diesem Vorfall müssen sich die Ultras des KSV Schmähgesänge der gegnerischen Fans anhören, unter anderem die Frage „Wo sind eure Fahnen hin?“ musste sich die Scena Chasalla zueletzt häufiger stellen lassen. Am letzten Spieltag der Regionalliga Südwest begegnen sich nun am Samstag der KSV Hessen Kassel und die Kickers Offenbach im Auestadion. Die Fans könnten die entwendeten Fanutensilien mitbringen, um die Kassler zu demütigen.

Die Begegnungen zwischen diesen beiden Mannschaften werden ohnehin von der Polizei als Risikospiele mit besonderen Sicherheitsvorkehrungen eingestuft. Aufgrund des Bannerdiebstahls werde die Begegnung jedoch zu einem Risikospiel mit einer „besonderen Brisanz“, so Andreas Ströh, szenekundiger Beamter gegenüber HNA. „Wir rechnen mit Problemfans auf beiden Seiten.“ Dennoch werde ein sicheres Fußballspiel erwartet: „Mit einem angemessenen Kräfteeinsatz garantieren wir, dass es eine friedliche Veranstaltung im Auestadion wird“, äußerte Polizeidirektor Michael Tegethoff.

Dennis Pfeiffer, Fan-Sozialarbeiter beim KSV, erwartet bis zu 1.000 Offenbach-Fans. Auch wenn es bis zu dem Überfall in Zweibrücken keine großen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Fanlagern gab, sei Pfeiffer nicht so gelassen wie sonst. Nicht bei allen aus der Offenbacher Fanszene sei der Raub des Banners gut angekommen.