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Hintergründe

Wir müssen draußen bleiben: „Das Beste rausholen“

Autor: Moritz Gutscher Veröffentlicht: 28. November 2014
Quelle: imago/fanzeit

In der letzten Woche haben wir die Situation eines Betroffenen geschildert. Für den zweiten Teil unserer Reihe über Stadionverbote sprachen wir nun mit Markus Mau, Leiter des Schalker Fanprojekts. 

Wenn ein Stadionverbot droht, machen sich schnell Frust und Resignation breit. Doch zumindest in den höchsten Spielklassen gibt es viele engagierte Fanprojekte, die unter Umständen für eine Verbesserung der Situation sorgen können, so zum Beispiel auf Schalke. Markus Mau hat uns erklärt, wie die einzelnen Schritte aus Sicht des Vereins aussehen und welche Chancen es für die Betroffenen gibt.

mau

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Der Ablauf ist relativ simpel: Die Polizei sieht einen (vermeintlichen) Verstoß und nimmt die Personalien des Verdächtigen auf. Anschließend wird der Verein über den Vorfall informiert, mit einem Hinweis auf den entsprechenden Paragraphen der Stadionverbots-Richtlinien des Verbandes. Dann schreibt der Verein den Betroffenen an, dieser bekommt eine siebentägige Frist zur Stellungnahme.

„Viele lesen die Briefe nicht richtig.“

„Gut ist es natürlich, wenn jemand von uns dabei war“ meint Mau über den Tatvorwurf. Dann fällt es ihm und seinem Team leichter, die Anklage einzuordnen. Bei der Anhörung auf Schalke hat der Betroffene die Möglichkeit, sich zu erklären. Außer ihm anwesend sind der SV-Beauftragte des Clubs, ein Vertreter des Fanprojekts und der Fanbeauftragte. Letztere füllen allerdings eine beratende Funktion aus. In diesem kleinen Rahmen können dann mehr Kriterien berücksichtigt werden, wie z.B. die Glaubwürdigkeit. „Oft war es nicht so, wie die Polizei es sagt oder aus ihrer Sicht wahrgenommen hat“ Jedoch nehmen längst nicht alle Fans die Gelegenheit überhaupt wahr. „Ich glaube, dass viele die Briefe nicht richtig lesen“, das Stadionverbot scheint für viele bei Erhalt des Briefes bereits unausweichlich. Es ist also auch eine Frage der Kommunikation, denn „die Leute, die wir kennen, kommen auch“. Die Teilnahme ist zu empfehlen, denn die Betroffenen können ihre Situation eigentlich nur verbessern, denn Fanprojekt und Fanbeauftragter versuchen dabei, ihre Interessen zu vertreten und beeinflussen so im Idealfall das Strafmaß. Natürlich gibt es auch Kandidaten, die immer wieder auftauchen. In diesen Fällen fehlen auch den Fanbeauftragten oft die Argumente.

Weiter auf Seite 2: Die „Gefahr der Kriminalisierung“