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National

„Wie viel sind wir Fans eigentlich wert?“

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 15. Mai 2015
Quelle: imago

Wer hätte das zwischenzeitlich für möglich gehalten: Zwei Spieltag vor Saisonende kann der SV Werder Bremen sich berechtigte Hoffnungen auf einen Platz im internationalen Geschäft machen. Die Stimmung im und um den SVW sollte also eigentlich prächtig sein. Für das letzte Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach am kommenden Samstag hatten sich auch viele Bremer Fans bemüht, noch einmal alles ihnen Mögliche in die Waagschale zu werfen. Eine große Choreo sollte es werden, sogar zwei ehemalige Meisterspieler haben daran mitgewirkt. Nun aber macht der Verein den Plänen einen Strich durch die Rechnung und löst bei den Fans Unverständnis aus.

Die Fanbetreuung habe wissen lassen, dass die Choreografie nur mit Einschränkungen durchgeführt werden könne, erklären die „Wanderers Bremen“. Eine Werbebande würde ansonsten verdeckt. Aus Sicht der Ultra-Gruppe eine halbgare Begründung: „Natürlich sind die Einnahmen von Werbepartnern für unseren Verein wichtig, dennoch können wir, auch ohne dabei verantwortungslos zu wirken, behaupten, dass dies nicht vorrangig unser oder das Problem der Fankurve ist. Wer dort welche Zahlenspielchen betreibt ist für uns schlichtweg zweitrangig. Sollte nicht der Einsatz der Fans mehr wert sein als fünf Minuten Sponsoreneinnahmen?“

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Damit jedoch nicht genug. Zudem soll der Verein vorgegeben haben, dass ein Banner im Unterrang nur an Stangen hochgehalten, nicht aber von oben herabgelassen werden dürfe. Für die Durchführung sei dies jedoch elementar, zudem bestehe weder durch möglicherweise verdeckte Werbebanner noch sonstige Einschränkungen ein erkennbarer Grund für diese Vorgabe. Aus Sicht der „Wanderers“ ist die Konsequenz deshalb unausweichlich: „Wir sind zu dem Entschluss gekommen, dass Spielchen auf den Platz gehören und nicht auf die Tribüne. Wir wollen unsere Mühen nicht zum wiederholten Male kurzfristig über den Haufen geworfen sehen. So eine Choreoerarbeitungs-Woche hat für uns auch ohne solche Spielchen schon zu wenig Tage und verlangt jedem alles ab. Wir sind weder in der Lage noch Willens, einen solchen Schwachsinn mitzumachen! Das ist ein weiterer Einschnitt in das Ausleben der Kreativität der Fans! […] Bleibt uns wieder einmal nur zu hoffen, dass sich auch die Vereinsspitze auf das Spiel und den Saisonendspurt konzentriert und der Klimpergeldrechenschieber vollends im Schrank verschwindet!“

Schlussendlich bleibt die Frage, ob sich mit dem Rechenschieber die Textaufgabe lösen lässt, die die „Wanderers“ ihrer Stellungnahme vorangestellt haben: „Wie viel sind wir Fans eigentlich wert?“