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National

Wie die Polizei Hannover in sozialen Netzwerken ermittelt

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 01. Juli 2017

Wie die Fanhilfe Hannover öffentlich macht, nutzt die Polizei immer wieder auch soziale Netzwerke, um gegen Fußballfans zu ermitteln. 

So sei etwa im vergangenen November die Vorladung zu einer Vernehmung eines Hannover-Fans nicht mehr schriftlich erfolgt, sondern telefonisch über den Arbeitgeber, der über die Karriereplattform XING ermittelt worden sei. Zwar wurde das Verfahren eingestellt, dennoch kritisiert die Fanhilfe die bleibende „stigmatisierende Wirkung des Strafverfahrens, insbesondere, da der Arbeitgeber unberechtigterweise in Kenntnis gesetzt wurde.“

Ein Sprecher der Fanhilfe beklagt: „Schon vermehrt hatten die Ermittler Kenntnis darüber, dass sie in einer Sackgasse ermitteln oder die Tatbestände nicht erfüllt sind und haben dennoch versucht, bei den Betroffenen einen größtmöglichen Schaden zu hinterlassen“

Auch dass bei den Hausdurchsuchungen Anfang Juni zahlreiche Personen Opfer von Ermittlungsmaßnahmen wurden, die der verdächtigten Gruppe „Rising Boys Hannover“ in keiner Weise angehörig seien, führt die Fanhilfe auf „laienhafte Ermittlungen im Vorfeld“ zurück. „Wir können allen Bürgern, egal ob Fußballfan oder nicht, weiterhin nur nahelegen, nicht mit Klarnamen im Internet zu agieren“ so ein Sprecher der Fanhilfe. „Hier werden von Ermittlern laienhaft Verknüpfungen konstruiert oder vermeintliche Strukturerkenntnisse zusammengetragen, die immer öfter in verhältnislose und verheerende Maßnahmen münden.“