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National

„Wichtiges Zeichen für eine bunte Fankultur“

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 24. Juli 2014
Quelle: imago

Fahnen nur bis zu einer Größe von 1,50 m, ansonsten nur mit Fahnenpass, Trommeln ja, aber unten offen und bitte höchstens drei, Megaphon maximal eines. Fanutensilien gibt es viele und mindestens genauso viele vereins- und spielabhängige Regelungen, welche und wie viele man davon denn nun mit ins Stadion nehmen darf. Das Bündnis ProFans kämpft nun dafür, dass sich daran etwas ändert. Und sogar der DFB spielt mit.

Gestern schickte der DFB ein von der AG Fanbelange/Fanarbeit des Verbandes erarbeitetes Schreiben an die Vereine, das diese auffordert „grundsätzlich auf Materialeinschränkungen zu verzichten“, teilt ProFans auf seiner Homepage mit. „Fußballfans, die fortwährend mit Verboten, teils sogar der eigenen Vereine, konfrontiert werden, sollen für den Dialog mit ihren Vereinen unterstützend eine offizielle Argumentationshilfe von Seiten der AG ‘Fanbelange/Fanarbeit’ erhalten“, erläutert ProFans-Sprecher Jakob Falk. „Die Zeit der unsinnigen Stückzahl-Beschränkungen, peniblen Größenabmessungen und bürokratischen Voranmeldungen muss endlich vorbei sein. Es sollte das Normalste der Fußball-Welt sein, dass ein Fan, egal ob zuhause oder auswärts immer und überall seine Fahnen mit ins Stadion nehmen kann“, so Falk weiter.

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Wuppertal und Münster als Negativbeispiele

Allerdings kritisiert das Bündnis auch den DFB: Dieser habe zu lange mit der Versendung des Schreibens gezögert, nachdem sich bereits im April 2014 alle Beteiligten darauf geeinigt hätten, das Empfehlungsschreiben zeitnah gleichzeitig den Vereinen und dem Nationalen Ausschuss Sport und Sicherheit zukommen zu lassen. Die Vereine der dritten Liga hätten somit keine Gelegenheit mehr das Schreiben für die Saisonplanung und den Dialog mit den Fans zu nutzen, da die Liga schon am Wochenende startet. Als Beispiel nennt das Bündnis die Restriktionen für Fanutensilien bei Preußen Münster und dem Wuppertaler SV. „Anstatt den im Sicherheitskonzept 2012 geforderten Dialog konstruktiv zu führen, werden pauschale und nicht nachvollziehbare Restriktionen sogar für Heimkurven erlassen. Das ist eine neue Stufe der Repression gegenüber den aktiven Fans, die eventuell durch eine rechtzeitige Versendung des Empfehlungsschreibens vor dem Saisonstart der unteren Ligen hätte vermieden werden können“, sagt ProFans-Sprecherin Sandra Schwedler.

„Dialog mit lokalen Fankurven suchen“

Eineinhalb Jahre nach dem beschlossenen Sicherheitskonzept der DFL seien einige Vereine wieder in alte Verhaltensmuster gefallen, „die vor allem restriktive Maßnahmen und oberflächlichen Dialog beinhalten.“ Aus Sicht von ProFans gebe es „keine schlüssigen Argumente mit dem Verbot von Fanutensilien ganze Fanblöcke oder Kurven in Sippenhaft zu nehmen.“ Daher fordert das Bündnis die Verantwortlichen in Münster und Wuppertal auf, „die neuen Restriktionen zurücknehmen und den Dialog mit den lokalen Fankurven zu suchen.“ Darüber hinaus sollen alle Vereine auf jegliche Einschränkungen bei Fanutensilien verzichten.