Anzeige

National

Werder-Fans fordern weiterhin „Freiheit für Valentin“

Autor: Moritz Gutscher Veröffentlicht: 27. Juli 2015
Quelle: imago

Am Samstag, den 25. Juli, haben sich rund 40 Fans von Werder Bremen vor der Justizvollzugsanstalt für eine Demonstration versammelt. Sie protestierten gegen die andauernde Untersuchungshaft eines Werder-Ultras.

„Freiheit für Valentin“ lautet die Forderung der Fans. Der 21-jährige wurde nach dem letzten Nordderby wegen des Verdachts der Körperverletzung festgenommen. Dem Mitglied einer Bremer Ultra-Gruppierung wird vorgeworfen, gemeinsam mit weiteren Ultras einen Hooligan massiv getreten und geschlagen sowie mit einem Blumenkübel beworfen zu haben. Seitdem befindet er sich in Untersuchungshaft, die Behörden gehen von einer Wiederholungsgefahr aus.

Die Hintergründe sind aufgrund der gegensätzlichen politischen Ausrichtungen innerhalb des Bremer Umfeldes relativ komplex. So trafen vor der Auseinandersetzung linke Ultras und rechte Hooligans auseinander, die Polizei ordnet das Opfer des Angriffs allerdings nicht der rechten Szene zu. Für die Staatsanwaltschaft ist die politische Dimension nebensächlich, da die Gewalttat an sich zähle.

Anzeige

Unter anderem beim Fanprojekt Bremen sieht man das anders: „Dabei ist es wichtig, den Kontext der Auseinandersetzungen zu verstehen und auch zu kommunizieren.“ Man wirft Politik und Polizei vor, dem Problem der vielen rechten Hooligans nichts entgegengesetzt zu haben. Viele Ultras haben den Eindruck, dass man stattdessen an ihnen ein Exempel statuieren will. Über die Fanszene hinaus gab es unter dem Motto „#freevalentin“ seit der Verhaftung diverse Solidaritätsbekundungen. Auch wurde ein Spendenkonto eingerichtet.

Wie die taz berichtet, haben sich auch die Jugendvereinigungen der Grünen und SPD an den Innensenator Ulrich Mäuer (ebenfalls SPD) sowie Polizeipräsident Lutz Müller gewendet. Sie kritisieren, dass „die Polizei ausgerechnet die Menschen verfolgt und wegsperrt, die sich gegen gewalttätige Nazis und Hooligans selbst verteidigen müssen.“

Schreibe einen Kommentar