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National

Werder beinhart! Bremen verbietet Choreos

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 06. März 2014
Quelle: imago

Der Vorstand des SV Werder Bremen hält nicht viel von Pyrotechnik. Nach dem Vorfall beim Nordderby am vergangenen Samstag hat der Bundesligist daher nicht lange gefackelt. Auf einer eigens anberaumten Sitzung hat der Klubvorstand am Mittwoch  zur Vorstellung und Diskussion erster Maßnahmen geladen. Der Fanbeirat, bestehend aus Mitgliedern des Fan-Projekts, des Dachverband Bremer Fan-Clubs, die Fanbetreuung sowie Vertreter der Ultra-Gruppierungen, selbst Manager Thomas Eichin und Mannschafts-Kapitän Clemens Fritz war gekommen, um die Ergebnisse zu diskutieren. Die gute Nachricht für alle Bremer Anhänger: Auf die bereits angedrohte Erhöhung der Sicherheitszäune vor der Ostkurve wird der Klub vorerst verzichten. Dafür müssen die Fans im Weserstadion künftig mit einigen Einschränkungen leben.

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Ab sofort greifen folgende Maßnahmen:

  • Keine Choreografien
  • Keine Blockfahnen
  • Die Gruppierung, die Werder Bremen für das Abbrennen von Pyrotechnik verantwortlich macht, erhält vorerst kein Vorrecht mehr auf Tickets für Auswärtsspiele
  • Die insbesondere von Ultra-Gruppierungen angeregte Auswärts-Dauerkarte wird der Klub vorerst nicht einführen

Sollten sich ähnliche Vorfälle wiederholen, will Bremen noch weiter gehen. Im Zuge der Diskussion drohte die Klubführung im Wiederholungsfall mit noch drastischeren Maßnahmen. Neben der Erhöhung des Fangzauns vor der Ostkurve, der in dem Fall als sicher gilt, denkt Klaus-Dieter Fischer laut darüber nach, auch die Ticketpreise für die Ostkurve anzuheben. „Die Strafen haben mittlerweile eine Höhe erreicht, die es erforderlich macht, darüber nachzudenken“, erklärte der Geschäftsführer. Zur Einordnung ergänzt Eichin: „Es geht um Summen, für die wir ohne Weiteres einen guten Nachwuchsspieler in unseren Kader aufnehmen könnten. Daher tut uns jede Strafe für solch unsinnige Aktionen besonders weh.“ Werder ist bereits dabei, Videoaufnahmen auszuwerten, um die Identität der Pyro-Zünder festzustellen. Sollten die Personen identifiziert werden, müssen sie damit rechnen, in Regress genommen zu werden.

Trotz der rigiden Maßnahmen bemühte sich der Vorstand aber zu betonen, dass der Vorfall beim Nordderby der erste seiner Art seit 15 Jahren gewesen sei. Nicht zuletzt deshalb kündigte Fischer an:  „Der SV Werder Bremen wird nicht von seiner bisherigen Fan-Politik abweichen, die auf Dialog, Deeskalation und Differenzierung ausgerichtet ist.“