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National

Wenn Löwen streiten

Autor: peter Veröffentlicht: 23. April 2014
Quelle: imago

Die Fans des TSV 1860 München sind unzufrieden mit ihrer Mannschaft und lassen die Spieler das auch spüren. Die Kritik scheint für Anhänger zwar berechtigt zu sein, die Mannschaft jedoch fühlt sich nicht unterstützt und sogar verunsichert. Einige Profis üben nun ihrerseits Kritik!

Schon letzte Woche nach der Niederlage bei Dynamo Dresden haben mehrere 60er den Mannschaftsbus auf der Heimfahrt gestoppt und die Spieler zur Rede gestellt. Auch am vergangen Sonntag beim Spiel gegen die Arminia Bielefeld äußerten die Fans ihre Unzufriedenheit mit einigen Spruchbändern: „60 braucht keine ausgedachte ‚Jagdsaison‘ – 60 braucht ein Konzept, Identität & Leidenschaft“, „Den Löwen auf der Brust, zum Kämpfen keine Lust“ oder „10 Jahre 2. Liga & jedes Jahr ein neuer Tiefpunkt“ war darauf zu lesen.

Schon bei Anpfiff der Partie gegen Bielefeld skandierten die Löwen-Anhänger: „Wir wollen Euch kämpfen sehen!“ Ein Wunsch, den die Löwen auf den Tribünen schon länger vergeblich äußern. Doch Spruchbänder und Pfeifkonzerte gegen die eigene Mannschaft sind nichts Ungewöhnliches. Viel überraschender ist die Kehrtwende bei den Löwen: Zwei Spieler kritisieren nun den eigenen Anhang.

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„Die Fans haben uns damit sehr verunsichert“

Nach dem 2:1-Sieg gegen Bielefeld bemängelte Verteidiger Christopher Schindler das Verhalten der Fans: „Solche Aktionen machen es für uns nicht einfacher. Aber wir sind Profis genug, um sowas auch mal zu ignorieren.“Auch der Torschütze Kai Bülow gestand die Verunsicherung durch die Fans: „Die haben bei jedem Fehlpass, bei jedem Missverständnis gepfiffen. Die Fans haben uns damit sehr verunsichert. Auch wenn ich jeden verstehen kann, der unzufrieden ist“, so die Aussagen der beiden Profis gegenüber der Münchner Abendzeitung.

Die Fans reagieren erbost über die Äußerungen der Spieler. Im Forum der 60er nimmt User »BSI 2.0« kein Blatt vor den Mund: „Was würden die eigentlich machen, wenn sie es mit Fans wie in Hamburg oder Stuttgart (Busblockade, wüste Beschimpfungen) zu tun bekämen? Müsste man dann den kollektiven Selbstmord dieser Truppe befürchten?“

Auch der User »0:4 4:0 2:0« echauffiert sich über die Aussagen der beiden Profis: „Das sind leider fast durchweg (unverdientermaßen) Besserverdiener, die den Kontakt zur Realität verloren haben und die nicht wissen, was sich normale Angestellte von ihren Vorgesetzten anhören müssen, sogar dann, wenn sie nichts falsch gemacht haben. Klar ist das nicht schön, ausgepfiffen zu werden, aber von echten Kerlen erwarte ich eine andere Interview-Antwort, selbst wenn sie nur gelogen ist.“