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Weniger Polizei bei Fußballspielen: Erstes Fazit des Pilotprojekts in NRW

Autor: Sören Stephan Veröffentlicht: 25. September 2014
Quelle: Jeronimo Ort

In Nordrhein-Westfalen hat die Polizei zu Beginn der Saison ein Pilotprojekt gestartet und die Polizeieinsätze bei Fußballspielen in NRW verringert. Nun zieht die Polizei Bilanz.

Üblicherweise wurden Gästefans immer von der Polizei zum Spielort begleitet. Seit Anfang dieser Saison entfällt in NRW oft diese Eskorte. Das Innenministerium von Ralf Jäger hatte ein Pilotprojekt initiiert, das eine Reduzierung der Zahl bei Fußballspielen eingesetzter Polizisten vorsah. In dem dreiseitigen Dokument heißt es, es sollten „in einer Pilotphase bis zum 27. September diejenigen Spiele der ersten drei Ligen identifiziert werden, die mit weniger oder ganz ohne Beamte der Bereitschaftspolizei“ auskämen.

Kurz vor Abschluss der Pilotphase fasst die Polizei die Ergebnisse zusammen: Nach Informationen von Spiegel Online wurden bei 25 von insgesamt 56 Spielen rund 20 Prozent weniger Polizisten eingesetzt. Einige Partien kamen mir etwa der Hälfte des ursprünglichen Polizeiaufkommens aus, darunter beispielsweise die Begegnung von Dortmund und Leverkusen.

Für die kommenden Tage hat Innenminister Jäger eine Pressekonferenz angekündigt, in welcher er weitere Details zum Projekt der Polizei bekannt geben wird.

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„Die Fans haben deutlich gezeigt, dass sie friedlich miteinander umgehen können.“

Den Fans kommt offenbar die Zurückhaltung der Polizei bei Fußballspielen entgegen. „Vor dem Spiel des FC Bayern München bei uns auf Schalke hatten wir das Gefühl, es sei überhaupt kein Bundesligaspieltag“, sagt Rainer Vollmer, Vertreter der Fanvereinigung „Unsere Kurve“ und Mitglied beim Schalker Dachverband gegenüber Spiegel Online. „Da gab es kaum einen Polizisten in der Stadt oder in der Nähe des Stadions. Es gab keine Zunahme von Gewalttaten. Die Fans haben deutlich gezeigt, dass sie friedlich miteinander umgehen können.“

Auch DFL-Chef Reinhard Rauball begrüßte den das Projekt der Polizei: „Ich glaube, dass das NRW-Modell eine Beruhigung der Fanszene bewirkt hat“, sagte er gegenüber der „Sport Bild“. „Weniger Polizeipräsenz ist auf hohe Akzeptanz bei den Fans gestoßen. Ich bin vorsichtig optimistisch, dass diese Testphase zu einem positiven Endergebnis führt“, so Rauball.

Die Ausschreitungen, die es beim Derby zwischen Köln und Mönchengladbach am Wochenende gegeben hat, fallen aus dem Modell der Polizei, da dieses Spiel als Risikospiel galt. Zukünftig sollen für diese Spiele noch mehr Beamte eingesetzt werden, um massiven Schutz bieten zu können. Bei harmlosen Partien wird dagegen weiterhin auf wenig Polizeipräsenz gesetzt.

 

st