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National

Wegen Nacktkontrollen: Erfordia Ultras boykottierten Spiel gegen Dresden

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 26. Januar 2016
Quelle: imago

Viele Zuschauer dürften überrascht gewesen sein, dass während des Spiels von Rot-Weiß Erfurt gegen Dynamo Dresden eine große Lücke im Block E2 des Steigerwaldstadions klaffte. Grund dafür war ein kurzfristig anberaumter Boykott der Erfordia Ultras wegen harschen Sicherheitskontrollen beim Einlass. 

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In einer Stellungnahme auf ihrer Website spricht die Gruppe von „entwürdigenden Einlasskontrollen“. Habe ein Sprengstoffhund bei einer Person wegen des Verdachts auf den Besitz von Pyrotechnik angeschlagen, seien die betroffenen Fans auf der Geschäftsstelle des Vereins „unter Druck, der Androhung körperlicher Gewalt und Anzeigen nie begangener Straftaten“ dazu gezwungen worden, sich komplett zu entblößen. Das Verhalten des Ordnungsdienstes und der Polizei beschreiben die Ultras als „zu jeder Zeit undurchsichtig, gereizt und aggressiv. Die Sicherheitsorgane waren nicht gewillt, in irgendeiner Art und Weise deeskalierend zu wirken, vielmehr verständigten sie sich via Beleidigungen, falschen Anschuldigungen und Androhungen körperlicher Gewalt gegenüber fragenden Fans.“

Die Erfordia Ultras fordern alle Anhänger, „die Opfer dieser unmenschlichen und entwürdigenden Durchsuchungsmethoden wurden“, auf, ein Protokoll der Geschehnisse anzufertigen, da die Gruppe sich juristische Schritte vorbehalten möchte. Zudem wünschen sich die Erfordia Ultras eine Aufklärung der Vorfälle seitens des Vereins. Bereits seit Längerem stellen die Ultras darüber hinaus eine provokative Grundhaltung der Polizei gegenüber den Erfurter Fans fest, gestehen jedoch auch ein: „Wir waschen unsere Hände nicht in Unschuld. Ultras sind Menschen und auch uns passieren Fehler. Ziel unseres Handelns war es aber immer, einen Raum für Diskussionen zu bieten. Klärende Gespräche, Kritik, aber auch Forderungen sind für uns als Teil der Erfurter Fanszene elementar wichtig.“ Daher lädt die Gruppe alle interessierten Fans zu einer offenen Gesprächsrunde in der kommenden Woche ein.

„Uns tat es am meisten weh, dass wir die Mannschaft nicht unterstützen konnten und gratulieren den Jungs sowie dem Trainer zum wichtigen Erfolg“, heißt es von den Ultras weiter. Der Trainer und die Mannschaft seien vor dem Spiel vom Boykott und den Gründen dafür in Kenntnis gesetzt worden und hätten sich ähnlich schockiert gezeigt, so die Ultras. Ein weiteres Gespräch mit Kapitän Sebastian Tyralla habe ergeben, dass die Mannschaft die Entscheidung völlig akzeptiere und respektiere.