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National

Was Leverkusen von Leipzig unterscheidet

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 20. September 2016
Quelle: imago

Viel diskutiert wird derzeit über RB Leipzig, den Neuling in der Bundesliga, der sich von jeder Menge Geld eines österreichischen Getränkeherstellers zum Aufstieg beflügeln ließ. Auch die Fanszene von Bayer Leverkusen kommt um dieses Thema nicht herum. 

Dabei werden auch die Rheinländer aufgrund der Nähe zum Bayer-Konzern von Fans anderer Vereine gerne als Plastikclub abgestempelt. Sind die Leverkusener also überhaupt berechtigt, Kritik an RB Leipzig zu üben?

Unter anderem um sich dieser Frage anzunähern, laden die Ultras Leverkusen in der Länderspielpause am 8. Oktober ab 13 Uhr ins Fanprojekt. Dort wollen sie die eigene Vereinsgeschichte „aufarbeiten, kritisch hinterfragen und aufzeigen, dass RedBull Leipzig ein einziges Kommerzprodukt und in keinster Weise mit Bayer 04 zu vergleichen ist.“

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Dazu sollen Zeitzeugen zu Wort kommen und Bilder aus über 100 Jahren Vereinsgeschichte präsentiert werden. Auch Vorträge und eine offene Diskussion zum Thema sind eingeplant.

Doch nicht nur in Leverkusen beschäftigt man sich mit den Gemeinsamkeiten und Unterschieden zum Aufsteiger aus Leipzig. Auch der Block1898 aus Darmstadt stellt vor dem Spiel gegen Hoffenheim noch einmal seine Sicht der Dinge zum Thema „Retortenvereine“ dar.

So heißt es von den Darmstadt-Fans zu den Werksklubs aus Wolfsburg und Leverkusen: „Werksvereine muss man sicherlich nicht gut finden, es gibt genug Parallelen zu Mäzenatentum oder dem Marketingprojekt. Allerdings muss man diesen Vereinen zugestehen, dass ihre Gründungsmotive und dadurch auch ihre Entwicklung eine andere waren und sind. So haben sie sich immerhin innerhalb ihres Betriebes und später auch des deutschen Fußballs hochgearbeitet und wurden nicht mit diesem Gedanken als Selbstzweck künstlich entworfen. Vor Kritik angesichts heutiger Gebaren soll sie das aber nicht frei sprechen.“

Der entscheidende Unterschied zwischen RB Leipzig und den anderen Vereinen sei jedoch, „dass ein Club gar nicht zur Ausübung des Sports gegründet wurde. RB Leipzig existiert einzig, um dem Marketing des Red Bull-Konzerns zu dienen. Red Bull ist kein Sponsor des Vereins, sondern ein Investor und bei pragmatischer Betrachtung, Eigentümer des Clubs.“