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National

Waldstadion für einen Tag?

Autor: Mirko Lorenz Veröffentlicht: 13. April 2015

Die Fanvereinigung Nordwestkurve e.V. trifft sich mit Verantwortlichen des Vereins und der Stadionbetreibergesellschaft, um über die Namensrechte des Frankfurter Stadion zu verhandeln – wenn auch nur für einen Tag.

Bereits Ende letzten Jahres sorgte die Fanvereinigung Nordwestkurve e.V. mit einer kuriosen Aktion für Aufmerksamkeit. Sie riefen unter der Aktion „RECLAIM THE NAME“ alle Eintrachtfans dazu auf, gemeinsam Lotto zu spielen, um von einem möglichen Hauptgewinn die Namensrechte für das Frankfurter Fußballstadion zu erwerben. Grund war der zur Saisonende auslaufende Vertrag der Stadionbetreibergesellschaft mit der Commerzbank Arena. Dieser wurde zwar in der Zwischenzeit verlängert und ein Millionengewinn blieb auch aus, dennoch hält die Fanvereinigung an ihrem Angebot fest, die Namensrechte zumindest für einen Spieltag zu erwerben. Der gewonnene Betrag in Höhe von 384,20 Euro ist dabei nur ein kleineres Argument für die Umsetzung. Vielmehr verspricht der Nordwestkurvenrat dem Stadionbetreiber, dem Verein und der Commerzbank in Sachen Image positiv von der Aktion zu profitieren:

„Wir möchten Sie auch darauf hinweisen, dass die Annahme des Angebots nicht nur im Rhein-Main-Gebiet, sondern bei einer Vielzahl aller Fußballfans im In- und Ausland wohlwollend zur Kenntnis genommen würde. Trotz der Tatsache, dass man die Annahme des Angebots ungerne in eine Werbekampagne eingebunden sähe, würde die kurzzeitige Rückbenennung die öffentliche Aufmerksamkeit nicht verfehlen, wovon auch der alte und neue Namensträger profitieren würde.“

Am 14. April werden sich nun Beteiligte des Nordwestkurvenrats, der Stadionbetreibergesellschaft und des Vereins Eintracht Frankfurt zusammensetzen, um den Vorschlag zu diskutieren. Thema wird hier auch sein, für die Zukunft einen Stadionnamen zu finden, der sowohl Sponsoren als auch traditionsbewusste Fußballfans zufrieden stellt. Vorstellbar wären beispielsweise folgende Modelle:
– „Sponsorenname“-Waldstadion
– „Sponsorenname“-Arena im Waldstadion

Nach diesem Schema wurde bereits das Stadion in Darmstadt, im Rahmen eines Namenssponsorings in Höhe von 300.000 Euro pro Jahr durch das Chemie- und Pharma-Unternehmen Merck im Juli 2014 in Merck-Stadion am Böllenfalltor umbenannt.

 

Den kompletten Brief des Nordwestkurvenrats könnt ihr hier einsehen:

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

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die im letzten Jahr von uns durchgeführte Aktion RECLAIM THE NAME, die zum Ziel hatte, die Namensrechte am Frankfurter Waldstadion durch einen Lottogewinn durch Eintrachtfans zu erwerben, ist Ihnen sicherlich in Erinnerung. Schließlich zeigte sich sowohl die Bevölkerung, als auch die mediale Öffentlichkeit sehr interessiert an diesem Thema.

Leider haben wir bisher keinen Termin gefunden, um uns mit allen drei Parteien zu Gesprächen zusammenzufinden. Dies ist nun am 14.04.2015 vorgesehen. Leider wurde der Vertrag über die Namensrechte am Waldstadion bereits verlängert. Um also auch ein konkretes Thema für das anstehende Gespräch zu haben, möchten wir Ihnen das folgende Angebot unterbreiten:

Wir bieten Ihnen den Betrag von 384,20 Euro, um die Namensrechte für ein Heimspiel aus dem auslaufenden Vertrag zwischen der Stadion Frankfurt Management GmbH und der Commerzbank AG heraus zu kaufen.

Konkret für die folgende Begegnung:
Eintracht Frankfurt – Leverkusen am 23.05.2015 um 15:30 Uhr

Wir sehen dieses Spiel als besonders geeignet, da die Bezeichnung als so genannte Commerzbank-Arena im Jahr 2005 bereits ein Bundesliga-Spiel zu früh begann, wodurch die Vertragslaufzeit dann auch ein Spiel früher enden kann.
Wir sind – bei Annahme unseres Angebots – kulanter Weise sogar dazu bereit Ihnen zu erlauben den Schriftzug auf dem Dach des Stadions sowie alle anderen Beschilderungen an Ort und Stelle zu belassen.

Wir möchten Sie auch darauf hinweisen, dass die Annahme des Angebots nicht nur im Rhein-Main-Gebiet, sondern bei einer Vielzahl aller Fußballfans im In- und Ausland wohlwollend zur Kenntnis genommen würde. Trotz der Tatsache, dass man die Annahme des Angebots ungerne in eine Werbekampagne eingebunden sähe, würde die kurzzeitige Rückbenennung die öffentliche Aufmerksamkeit nicht verfehlen, wovon auch der alte und neue Namensträger profitieren würde.

Vielmehr liegt es im Interesse der Commerzbank AG, sich durch die Verwendung des Namens „Waldstadion“ klar zum Standort Frankfurt zu bekennen und diesen mindestens in das Werbekonzept einzubauen. Wünschenswert wäre sogar eine Verwendung der Bezeichnung „Waldstadion“ als Bestandteil des Stadionnamens. So könnte die negative Wahrnehmung des aktuellen Stadionnamens im Rhein-Main-Gebiet in einen positiveren Werbeeffekt für den Namensträger gedreht werden.

Vorstellbar sind beispielsweise folgende Modelle:
– „Sponsorenname“-Waldstadion
– „Sponsorenname“-Arena im Waldstadion (wobei die Bezeichnung als „Arena“ eher kritisch bewertet wird)

Um den Werbewert für die Stadt Frankfurt nachhaltig zu stärken, bitten wir die Stadion Frankfurt Management GmbH, nach der Laufzeit des kommenden Vertrags über die Namensrechte des Waldstadions ebendiesen traditionsreichen Namen als verpflichtenden Bestandteil des Stadionnamens festzulegen. Auch der städtische Träger sollte daran ein großes Interesse besitzen.

Wir freuen uns auf Ihre Antwort zum oben stehenden Angebot und gehen gespannt in das anstehende Gespräch.

Mit freundlichen Grüßen
Der Nordwestkurve-Rat
Frankfurt am Main, den 10. April 2015