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National

„Wäre besser gewesen, das deutlich anzusprechen“

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 21. Januar 2015
Quelle: imago

Die Debatte ließ sich nicht mehr aussitzen: Nachdem in den vergangen Tagen auch und vor allem von Seiten vieler Fans die Frage aufgeworfen wurde, ob es für den FC Bayern München vertretbar sei, Trainingslager und ein Testspiel in Katar und Saudi-Arabien abzuhalten, hat Karl-Heinz Rummenigge nun ein knappes Statement auf der Klub-Homepage veröffentlicht.

Darin räumt der Vorstandsvorsitzende des Rekordmeisters zumindest ein, dass es besser gewesen wäre, Menschenrechtsverletzungen deutlich anzusprechen, wie etwa den Fall des islamkritischen Bloggers Raif Badawi, dessen Verurteilung zu 1000 Peitschenhieben und zehn Jahren Haft derzeit weltweit für Empörung sorgt.

Obwohl sich der FC Bayern gegen Diskriminierung, Gewalt und Rassismus bekenne, habe die Politik in derlei Angelegenheiten jedoch „Richtlinienkompetenz“, betont Rummenigge. Man darf leise Zweifel anmelden, dass er die Diskussion damit beendet hat.

Karl-Heinz Rummenigges Stellungnahme im Wortlaut:

Wir haben in den zurückliegenden Tagen diverse kritische Kommentierungen zum Testspiel des FC Bayern München am 17.1.2015 in Riad, Saudi-Arabien, zur Kenntnis genommen.

Der FC Bayern München als Verein verurteilt jede Form von grausamer Bestrafung, die nicht im Einklang mit den Menschenrechten steht, wie im aktuellen Fall mit dem islamkritischen Blogger Raif Badawi. Es wäre besser gewesen, das im Rahmen unseres Spieles in Saudi-Arabien deutlich anzusprechen.

Auch deutsche Spitzenpolitiker reisen demnächst nach Saudi-Arabien. Die Politik hat grundsätzlich in diesen Fragen die Richtlinienkompetenz. Wir sind ein Fußballverein und keine politischen Entscheidungsträger, aber natürlich tragen am Ende alle, also auch wir, dafür Verantwortung, dass Menschenrechte eingehalten werden.

Ich möchte im Namen des FC Bayern München dazu erneut klarstellen: Gerade unser Klub hat sich immer gegen jegliche Diskriminierung, gegen Gewalt und gegen Rassismus bekannt. Und wir machten und machen uns stets für Toleranz stark. Fußball ist immer auch im Dienste der Völkerverständigung unterwegs, Menschenrechte sind darin ein integrierter Wert.

gez.

Karl-Heinz Rummenigge
Vorstandsvorsitzender
FC Bayern München AG

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