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National

Wackelt jetzt sogar der Stadionsponsor?

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 10. Februar 2015
Quelle: imago

Der 2:0-Sieg des FC Erzgebirge Aue gegen RB Leipzig ist durch die Einlassungen einiger Auer Fans völlig in den Hintergrund geraten. Ohnehin muss sich der Zweitligist auf eine empfindliche Bestrafung durch den DFB einstellen. Zudem könnte nun sogar das Namens-Sponsoring des Erzgebirgssstadions infrage gestellt werden.

Der Vertrag mit der Sparkasse, die sich ihren Namen im Erzgebirgs-Stadion jährlich eine halbe Million Euro kosten lässt, läuft zunächst noch bis 2020. Dem nordsächsischen Landrat Michael Czupalla haben die Spruchbänder und das Banner, auf dem RB-Leipzig-Sponsor Dietrich Mateschitz in NS-Uniform dargestellt wurde, jedoch ganz und gar nicht gefallen. Der CDU-Politiker macht keinen Hehl aus seinen Sympathien für den Leipziger Zweitligisten – und ist gleichzeitig Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes. Somit hat er zwar nur mittelbar Einfluss auf das Sponsoring der örtlichen Sparkasse – einen neuen Fürsprecher haben die Erzgebirgler aber nicht gewonnen.

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„Das ist eine riesengroße Sauerei. Wir fördern den Sport der Region, aber so was schadet extrem“, sagte Czupalla gegenüber der Bild-Zeitung. Die Pressestelle des Landrats hat den Bericht inzwischen gegenüber dem SID inhaltlich bestätigt, in dem Czupalla weiterhin andeutet, dass der Sparkassen-Verband sich überlege, was und wo in Zukunft gefördert werde, wenn solchen Vorkommnissen nicht wirksam entgegengewirkt werden könne.

Erzgebirge Aue indes setzt derzeit alles daran, die Urheber des Banners und der Spruchbänder ausfindig zu machen. Noch am Abend des Spiels hatte sich der Verein mehrfach öffentlich entschuldigt. Bis zum 16. Oktober muss sich der Verein nun beim DFB erklären. Die Rechts- und Verfahrensordnung des Verbands sieht für diskriminierende oder verunglimpfende Äußerungen oder Handlungen der Anhänger eines Vereins in Bezug auf Rasse, Hautfarbe, Sprache, Religion oder Herkunft eine Geldstrafe von 18.000 bis 100.000 Euro vor. In schwerwiegenden Fällen ist der DFB sogar berechtigt, ein Geisterspiel, Punktabzug oder den Ausschluss vom Wettbewerb auszusprechen.

Letzteres dürfte Erzgebirge Aue wohl allemal erspart bleiben. Dennoch droht den Sachsen weiter Ungemach.