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National

„Vor 15 Jahren hätte so ein Plakat wahrscheinlich noch keinen gejuckt“

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 14. Mai 2014
Quelle: imago

Das es nicht mehr als Säbelrasseln war, musste man vermuten, als der FC Bayern vor wenigen Wochen angekündigt hatte, vier seiner Fans mit einer Strafe von 100.000 Euro zu belegen. Die Jugendlichen hatten dem Rekordmeister mit einem Plakat im Heimspiel gegen den FC Arsenal immerhin nicht nur eine Geldbuße von 10.000 Euro eingebrockt, sondern obendrein die UEFA veranlasst, für das kommende Champions-League-Heimspiel einen Block der Allianz-Arena zu sperren.

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Inzwischen beziffert der Verein den durch die ausgebliebener Zuschauereinnahmen entstandenen Gesamtschaden sogar auf 150.000 Euro. Wie die Süddeutsche Zeitung nun herausgefunden hat, soll sich der FC Bayern mit den fünf Anhängern aus Tirol, die das Plakat mit der Aufschrift „Gay Gunners“ im Stadion präsentiert hatten, jedoch auf eine weitaus glimpflichere Geldstrafe von je 2.000 Euro geeinigt haben. Zusätzlich sollen die Bayern-Fans in München jeweils zehn Sozialstunden ableisten. Übrig bleibt für den FC Bayern ein Schaden von 142.000 Euro.

Ein Sprecher des Vereins gab gegenüber der SZ zu bedenken, dass derzeit eine große Sensibilität in Sachen Homophobie herrsche: „Vor 15 Jahre hätte so ein Plakat wahrscheinlich noch keinen gejuckt.“ Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge hatte sich zuvor bereits unmissverständlicher positioniert und sich „auf das Schärfste“ von dem Inhalt des Banners distanziert.