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National

Video zeigt Aufmarsch von „Hooligans gegen Salafisten“

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 29. September 2014

Nachdem die Polizei vor Wochenfrist eine Versammlung der Gruppe „Hooligans gegen Salafisten“ unsanft beendet hatte, gingen die Initiatoren diesmal hochoffiziell zu Werke und meldeten eine Demonstration an. Daher durften sich am Sonntag rund 300 Teilnehmer der Veranstaltung am Dortmunder Hauptbahnhof weitgehend unbehelligt treffen, um gemeinsam gegen die konservativen Muslime zu demonstrieren.

Waren es in Essen noch keine 100 Teilnehmer, ist die Zahl diesmal deutlich gestiegen und präsentierten sich die Hooligans ungleich organisierter. Über ein Megafon gab ein Teilnehmer, der bereits am vergangenen Sonntag den anwesenden Pressevertretern für ein Interview zur Verfügung stand und sich als einer der Sprecher der Gruppe zu etablieren scheint, Parolen durch, die die Menge mit markigen Sprechchören beantwortete. Auch auf seine wiederholte Feststellung „Wir sind nicht rechtsradikal“ reagierten die Anwesenden zwar zunächst zögerlich, dann aber doch mit breitem Applaus.

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So bürgerlich sich die Gruppe nach außen hin auch geriert, dass sich in der illustren Gruppe etliche braune Schafe tummelten, war am Sonntag schlicht nicht mehr zu leugnen. So belegen verschiedene Aufnahmen etwa, dass Mitglieder der Partei „Pro NRW“ oder Neonazi-Aktivist SS-Sigi, berühmt-berüchtigtes Mitglied der Dortmunder Borussen-Front und inzwischen für die Partei „Die Rechte“ im Dortmunder Stadtrat, unter den Teilnehmern befanden.

Ein weiterer Hooligan appellierte via Megafon zudem an alle Fußballfans, nicht für ihre Vereine, sondern gemeinsam für Deutschland einzutreten. Während sich die Gruppe vor einer Woche in Essen noch weitgehend vereinsneutral präsentierten, posierten für das abschließende Gruppenfoto diesmal sogar einige mit Fanschals von Borussia Dortmund, Rot-Weiss Essen und Fortuna Düsseldorf direkt nebeneinander. Angeblich sollen Anhänger von Klubs aus beinahe dem gesamten Bundesgebiet angereist sein.

Für die nächsten Wochen wollen die „Hooligans gegen Salafisten“ allerdings noch weiter gehen und kündigen bereits „Aktionen“ für die nächsten Treffen an – was auch immer darunter zu verstehen ist. Um sich zu organisieren und den fortwährenden Sperren ihrer Netzauftritte zu entgehen, hat die Gruppe nun einen neue Website eingerichtet, auf der sie über die Aktivitäten und Neuigkeiten informieren will.