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National

VfL Wolfsburg kündigt „Rosinenpickern“ die Dauerkarten

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 10. April 2018
Quelle: imago

Weil sie in der laufenden Saison bislang weniger als fünf Heimspiele besucht haben, erhalten einige Fans des VfL Wolfsburg in den kommenden Tagen eine Kündigung ihrer bestehenden Dauerkarten-Abos. 

Vor drei Jahren einigten sich Vereins- und Fanvertreter gemeinsam auf die sogenannte „10 Spiele-Regelung“, wonach der Verein das Recht hat, Fans die innerhalb einer Saison ihre Dauerkarte bei weniger als zehn Heimspielen nutzen, ihr Abonnement zu kündigen. In diesem Jahr sind davon nun rund 800 Fans betroffen.

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Die noch ausstehenden drei Heimpartien wurden dabei für alle Dauerkartenbesitzer bereits jetzt als „besuchte Spiele“ gewertet. Aufgrund der Terminierungen – viele Sonntagspiele und Spiele unter der Woche – wertet der Verein sogar noch ein weiteres nicht besuchtes Heimspiel ebenfalls zu Gunsten der Abonnenten als genutzt. Betroffen sind also diejenigen Dauerkarten, die bei den 17 Heimspielen fünf Mal oder weniger genutzt wurden. Nach Informationen des Sportbuzzer wurden 100 Dauerkarten in dieser Saison sogar kein einziges Mal benutzt.

Als genutzt gilt eine Dauerkarte beim VfL Wolfsburg, wenn der Fan die entsprechende Partie selber besucht hat, seine Karte an Dritte weitergegeben hat oder in der Ticketbörse eingestellt hat. Zur neuen Saison haben die Fans, denen ihre Karte nun gekündigt wurde, jedoch erneut die Chance, eine Dauerkarte zu erwerben. Lediglich ein Anspruch auf den bisherigen Platz besteht nicht mehr.

„Der VfL Wolfsburg hat die mit Abstand günstigsten Dauerkarten und auch günstigsten Tageskarten in der Bundesliga, weil wir der festen Überzeugung sind, dass der Besuch eines VfL-Spiels für jeden bezahlbar bleiben muss. Wenn unsere Preispolitik aber dazu geführt hat, dass Dauerkarten, insbesondere in der Nordkurve, nur bei einigen ausgewählten Heimspielen genutzt werden, der Platz ansonsten aber leer bleibt, brauchen wir einfach Wege, diese Ungerechtigkeit gegenüber anderen Fans zu beheben“, erklärt VfL-Geschäftsführer Dr. Tim Schumacher das Vorgehen des Vereins.

Auch die Fans des Vereins begrüßen den Schritt, gerade auch in der aktuellen schwierigen sportlichen Situation: „Wer eine Dauerkarte beim VfL besitzt, muss auch den Anspruch an sich selbst haben, möglichst bei allen Spielen unseren Verein im Stadion unterstützen zu wollen. Es gilt unabhängig von der sportlichen Situation zu unserem Verein zu stehen und in das Stadion zu gehen – In guten wie in schlechten Zeiten!“, scheiben die Supporters Wolfsburg bei Facebook. „Vielleicht gilt sogar jetzt erst Recht, dass wir Fans dorthin gehen müssen wo es wehtut, dorthin wo es Überwindung kostet und auch mal ungemütlich ist – in unser Stadion!“