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National

VfB-Ultras fangen Mannschaftsbus ab

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 16. Februar 2015

In Sachen Tormusik kann man der TSG Hoffenheim keinen Mangel an Profilschärfe vorwerfen. Nachdem die Stadionregie in Sinsheim in der dritten Minute der Nachspielzeit noch einmal „Play“ drücken durfte, hatten die VfB-Fans aber ganz andere Sorgen. Die Frage war vielmehr durchaus berechtigt, wie sich der VfB-Stuttgart-Fan die nächsten sieben Tage einigermaßen erträglich trinken könnte.

Die sportliche Talfahrt des VfB nimmt bedrohliche Züge an – wer nach 21 Spieltagen den letzten Tabellenplatz belegt, muss sich wohl oder übel mit der Frage auseinandersetzen, ob er für die kommende Saison montagsabends Termine plant. Die Ultra-Gruppe „Commando Cannstatt“ ist sich der sportlichen Lage augenscheinlich sehr bewusst und findet deutliche Worte: „Der freie Fall geht weiter … Aber das Schlimmste ist bekanntlich nicht der Fall, sondern die Landung. Nach der Last-Minute-Niederlage in Sinsheim sollte mittlerweile jedem klar geworden sein, dass uns am Ende dieser Saison eine besonders harte Landung bevorstehen kann“, schreibt die Gruppe.

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Noch unter dem Eindruck der 1:2-Last-Minute-Niederlage machten sich Mitglieder der Gruppe daher auf den Weg zur Geschäftsstelle, um den heimkehrenden Mannschaftsbus abzufangen und die Spieler zur Rede zu stellen. Nachdem vor allem das „Commando Cannstatt“ aus der Kurve heraus die Diskussion um die Personalie Fredi Bobic mit angestoßen hat und so vermutlich auch mit dazu beigetragen hat, dass der Sportdirektor seinen Hut nehmen musste, sei nun ausschließlich die Mannschaft in der Pflicht, erklärt die Gruppe. „Wir fordern, dass ab sofort jeglicher persönlicher Egoismus dem Klassenerhalt untergeordnet wird! Jeder Spieler muss jetzt ausstrahlen, dass er den Ernst der Lage verstanden hat, und von der ersten bis zur letzten Minute alles für den Klassenerhalt in die Waagschale werfen!“

Die Botschaft dürfte bei der Mannschaft angekommen sein. Ob sie kurzfristig in der Lage ist, Ergebnisse zu liefern, wird sich zeigen. Der nächste Gegner der Schwaben ist am Freitagabend Borussia Dortmund.