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National

Verpflichtendes Kombi-Ticket bei Risikospielen in Hessen?

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 12. Dezember 2014
Quelle: imago

Das Wort „Buszwang“ dürfte bei Fans von Hannover 96 ein böses Klingeln im Ohr hervorrufen. Die verpflichtende Anreise mit Bussen zum Niedersachsen-Derby bei Eintracht Braunschweig war einer der Gründe dafür, dass die Ultras die Profimannschaft in der aktuellen Spielzeit nicht unterstützen. Die hessische Landesregierung denkt derweil ebenfalls über ein verpflichtendes Kombi-Ticket bei Risikospielen nach, das Fußballfans einen bestimmten Anreiseweg vorschreibt.

Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, geht dies aus einer Antwort des hessischen Innenministers Peter Beuth (CDU) auf eine Anfrage des FDP-Innenpolitikers Wolfgang Greilich hervor. Die verpflichtende Kombination von Fußballticket und festgelegtem Anreiseweg könne „eine Handlungsoption bei besonders risikobehafteten Begegnungen sein, um die Anwesenheit von potenziellen Störern oder Gewalttätern in den Stadien beziehungsweise dem Umfeld zu erschweren“, so Beuth.

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Bei einigen ausgesuchten Begegnungen erscheine die Ergreifung dieser Maßnahme als „angemessen und vertretbar“. Der Innenminister erhoffe sich davon eine bessere Kontrolle der Fans durch die Polizei.

Antragsteller Greilich hält eine verpflichtenden Anreiseweg dagegen für überzogen: „Ich möchte schon noch selbst entscheiden, wie ich zum Fußballspiel komme“, so der FDP-Politiker. Unterstützt wird er bei dieser Sicht auch vom Amtsgericht Hannover: Dieses erklärte den Buszwang von Hannover 96 im Nachhinein für rechtswidrig.

fn