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National

Verfassungsschutz versuchte Union-Fans anzuwerben

Autor: Maximilian Gehrmann Veröffentlicht: 27. März 2015
Quelle: imago

Die Eiserne Hilfe meldet einen Annäherungsversuch des Verfassungsschutzes in der Fanszene von Union Berlin. Zusätzlich rät der Verein, sich solchen Annäherungsversuchen zu verschließen und die Eiserne Hilfe umgehend über solche Formen der Kontaktaufnahme zu informieren.

Die Eiserne Hilfe, die sich der präventiven Arbeit, der Förderung einer Solidargemeinschaft und der Unterstützung von Fans des 1. FC Union Berlin e.V.  verschrieben hat, schildert die Ereignisse auf ihrer Internetseite wie folgt:

„Aus unserer Kenntnislage hat inzwischen auch unsere Fanszene mit diesem Problem zu tun: Bereits im Februar gab es eine erste Kontaktaufnahme zu einem Mitglied unserer Fanszene. Ein älteres Pärchen, das auf den ersten Blick unscheinbar wirkte, sprach die Person auf dem Weg zur Arbeit an. Man stellte sich als Mitarbeiter des Verfassungsschutzes vor und lud das Mitglied der Fanszene zu einem Kongress ein, welcher sich thematisch mit Politik und Fußball auseinandersetzen sollte. Wann und wo solch ein Kongress hätte stattfinden sollen, bleibt ein Rätsel. Das Mitglied der Fanszene lehnte die Einladung ab und informierte direkt die Eisernen Hilfe. Wir gaben ihm Ratschläge, wie er sich bei weiteren Kontaktversuchen zu verhalten habe. Knapp einen Monat später kam es dann, wie erwartet, zu einer weiteren Kontaktaufnahme. Dieses Mal rief der Verfassungsschutz bei besagter Person an und lud diese zu einem Gespräch ein.“

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Für die Fan-Vereinigung stellt dies eine „neue Form der Überwachung“ dar und sie gehen von weiteren Annäherungsversuchen aus. Deshalb rät die Eiserne Hilfe den Fans des FC Union Berlin, sich auf diese Unterhaltungen gar nicht erst einzulassen und sich in solchen Fällen direkt an  sie zu wenden.

Der Vorfall in Berlin ist nicht der Erste dieser Art. Im Jahr 2012 wollte die Polizei nach Angaben der Rot-Schwarzen Hilfe einen V-Mann in der Nürnberger Fanszene gewinnen und in Nordrhein-Westfalen wurden, nach Angaben des NRW-Innenministers Ralf Jäger, zwischen 2008 und 2012 bis zu zehn V-Männer im Bereich Fußball eingesetzt. Außerdem erweiterte das Bundeskabinett in dieser Woche den Handlungsspielraum für V-Leute, die nun bei „szenetypischen Delikten“ von der Strafverfolgung verschont bleiben.

Hier die gesamte Veröffentlichung der Eisernen Hilfe.