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Verfassungsgericht: Bundesweite Stadionverbote sind zulässig

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 27. April 2018
Quelle: imago

Fußballvereine in Deutschland und der DFB dürfen auch weiterhin bundesweite Stadionverbote verhängen. Das hat das Bundesverfassungsgericht klargestellt. 

Somit können auch weiterhin Fans ohne den Nachweis einer Straftat bundesweit von Spielen der ersten vier Ligen ausgeschlossen werden. Jedoch fordern die Richter in Karlsruhe, dass „eine auf Tatsachen gründende Besorgnis“ vorliegen müsse, dass „die Betroffenen künftig Störungen verursachen werden.“

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Zudem verlangt das Gericht, dass die Betroffenen vor der Verhängung eines Stadionverbots angehört werden. Auch eine Begründung der Maßnahme ist ihnen auf Verlangen mitzuteilen, heißt es in einem veröffentlichten Beschluss des Bundeverfassungsgerichts.

Mit der Entscheidung wies das Gericht die Verfassungsklage eines Fans von Bayern München zurück. Dieser hatte nach dem Auswärtsspiel beim MSV Duisburg im Jahr 2006 im Alter von 16 Jahren ein Stadionverbot erhalten. Nach dem Spiel war es aus einer Gruppe von Bayern-Fans, in der sich auch der Beschwerdeführer befand, zu verbalen und körperlichen Auseinandersetzungen mit MSV-Anhängern gekommen.

In der Folge hatte die Polizei die Personalien von etwa 50 Fans aufgenommen und Verfahren wegen Landfriedensbruch eingeleitet. Obwohl dieses Verfahren beim Beschwerdeführer wegen Geringfügigkeit eingestellt wurde, entschied der MSV Duisburg ohne Anhörung des Betroffenen, das auf Anregung der Polizei ausgesprochene Stadionverbot aufrechtzuerhalten. Zudem schloss der FC Bayern den Betroffenen aus dem Verein aus und kündigte ihm seine Dauerkarte.