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National

Verfahren gegen vermeintlichen Pyro-Zünder eingestellt

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 19. Oktober 2017
Quelle: imago

Vor rund einem Jahr zeigten Fans von Hannover 96 zum Auswärtsspiel bei Union Berlin eine große Pyroshow. Weil er daran beteiligt gewesen sein soll, wurde ein 96-Fan nach der Partie vorübergehend verhaftet und schließlich zur Vernehmung geladen. Dank der Arbeit der Fanhilfe Hannover konnte das Verfahren nun jedoch eingestellt werden. 

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Nach der Vorladung des Beschuldigten beantragte Rechtsanwalt Dr. Andreas Hüttl Akteneinsicht und musste feststellen, dass bereits vom ersten Beamten, der das Videomaterial gesichtet hatte, vermerkt worden war, dass der Beschuldigte nicht an der Pyroaktion beteiligt sei. Obwohl weitere Beamte und die Staatsanwaltschaft diese Auffassung teilten, wurde der 96-Fan vorgeladen.

Endgültig entlasten konnte den Beschuldigten dann ein YouTube-Video, auf dem zu sehen ist, wie der Hannover-Fan in einem „auffälligen Outfit“ auf einer Treppe ein Bier trinkt und sich unterhält, während unten am Zaun jede Menge Pyro gezündet wird. Doch erst als die Fanhilfe der Staatsanwaltschaft Bilder vom Fan mit demselben Outfit vor und nach dem Spiel zusendet, wird das Verfahren schließlich eingestellt.

Die Fanhilfe bezweifelt jedoch, „ob eine Einstellung ohne Inanspruchnahme eines Strafverteidigers und entsprechenden Gegenbeweis ebenso erfolgt wäre.“ Zudem wird dem Beschuldigten wohl auch ein Eintrag in die einschlägigen Datenbanken der Polizei nicht erspart werden, denn „diese interessieren sich nämlich nicht dafür, ob sich später die Unschuld des Betroffenen herausstellt“, so die Fanhilfe.