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National

Verfahren gegen Dynamo-Fans eingestellt

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 18. Dezember 2014
Quelle: imago

Die Geschehnisse rund um das Auswärtsspiel von Dynamo Dresden bei Arminia Bielefeld im Dezember 2013 riefen ein großes mediales Echo hervor, die Polizei sprach von einer „Spur der Gewalt“, die Dynamo-Anhänger hinterließen. Nach wie vor beschäftigen die Ereignisse die Justiz. Die Schwarz-Gelbe Hilfe, ein Verein, der Dynamo-Fans rechtlich zur Seite steht, kann nun jedoch einige Erfolge vermelden. 

Wie die Fanhilfe auf ihrer Webseite berichtet, wurden eine Reihe von Verfahren gegen Dynamo-Fans im Zusammenhang mit den Geschehnissen in Bielefeld eingestellt. In den meisten Fällen lauteten die Vorwürfe dabei offenbar Landfriedensbruch, versuchte Körperverletzung und/oder Beleidigung.

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Die Staatsanwaltschaft und das Amtsgericht in Bielefeld hatten gegen die Beschuldigten einen Strafbefehl über mehrere Hundert bis zu hin zu knapp 2000 Euro verhängt. Bei einem Strafbefehl handelt es sich um eine Verkürzung des Verfahrens, bei der es auch ohne mündliche Hauptverhandlung zu einer Verurteilung kommen kann. Die Schwarz-Gelbe Hilfe kritisiert dieses Vorgehen: „Viele Betroffene wissen nicht, dass der Strafbefehl wie ein Urteil wirkt und in jedem Fall zu einer Eintragung in das Bundeszentralregister führt, unter Umständen kann der Strafbefehl sogar eine Eintragung im polizeilichen Führungszeugnis nach sich ziehen. Vorschnelles Akzeptieren der Betroffenen in dem Glauben, man wird nie wieder mit dem Gesetz in Konflikt geraten, kann in einem späteren Verfahren sehr schnell zum Problem werden, da der Betroffene dann als vorbestraft/verurteilt gilt, auch präjudizierende Wirkung genannt. Des Weiteren sind viele Strafbefehle überhöht! Entweder, weil die Anzahl der Tagessätze zu hoch ist oder weil die Höhe der Tagessätze falsch berechnet ist. Bei der Festsetzung der Tagessätze wird das Einkommen des Beschuldigten zumeist geschätzt, oft ist diese Schätzung – zum Nachteil des Beschuldigten – zu hoch“, heißt es in dem Bericht der Fanhilfe.

Da es sich bei den betroffenen Fans um Mitglieder der Schwarz-Gelben Hilfe handelte, konnte die Organisation rechtlichen Beistand vermitteln, der fristgerecht Einspruch gegen die Strafbefehle einlegte. Nach der Akteneinsicht konnte bei allen Betroffenen die Schwere der Taten nicht nachgewiesen werden, sodass die Anwälte daraufhin eine Einstellung der Verfahren gegen eine Geldauflage erwirken konnten. Da es sich jedoch lediglich um eine Einstellung gegen Auflagen handelt, bleiben die gegen die betroffenen Fans verhängten bundesweiten Stadionverbote vorerst bestehen, da der DFB nur Einstellungen mangels Tatverdacht oder Freisprüche für eine Aufhebung von Stadionverboten gelten lässt. „Erneut zeigt sich das der DFB fernab jeglicher demokratischer Rechtsgrundsätze arbeitet, um so die Präventivmaßnahmen gegen Fußballfans aufrecht zu halten“, kommentiert die Schwarz-Gelbe Hilfe.

Die Organisation half darüber hinaus bei der Begleichung der Anwaltskosten und will auch bei der Aufhebung der Stadionverbote „weiterhin mit helfender Hand an der Seite der Betroffenen agieren.“