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International

Verbot für algerische Flaggen in Nizza

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 01. Juli 2014
Quelle: imago

Am Ende gab es für die algerischen Fans wenig zu jubeln. Doch auch bei einem Sieg gegen Deutschland hätten algerischstämmige Fußballfans in der französischen Stadt Nizza nur eingeschränkt jubeln dürfen. Dort war nämlich bis heute morgen um 4 Uhr das „prunkvoll zur Schau gestellte Schwenken fremder Flaggen“ verboten. 

Wie das Wallstreet Journal berichtet, verhängte Christian Estrosi, der Bürgermeister der Mittelmeerstadt, das Verbot aufgrund von Ausschreitungen beim Achtelfinal-Einzug der Algerier. Bei den Jubelfeiern hatte es landesweit 74 Festnahmen gegeben.

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Marine Le Pen, Parteichefin des rechtsextremen Front National, hatte die Vorfälle sodann auch gleich zum Anlass genommen, populistische Forderungen zu äußern: Die doppelte Staatsbürgerschaft müsse abgeschafft werden und sowieso sollten Staatsbürger mit Migrationshintergrund bei internationalen Sport-Großereignissen gefälligst Frankreich anzufeuern und nicht ihr früheres Heimatland.

Estrosi, der in der Mitte-Rechts-Regierung des früheren Präsidenten Nicolas Sarkozy ein Ministeramt innehatte, schlug im Zuge seines Fahnen-Verbots in die gleiche Kerbe: Er nannte die Ereignisse ein „ein Beispiel für den Autoritätsverlust des Staates“, man könne „solche Exzesse“ nicht weiter tolerieren.

Mit rund zwei Millionen Menschen stellen Algerier in Frankreich die größte Gruppe an Immigranten und Doppel-Staatsbürgern.