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International

Utrecht-Fans skandieren antisemitisches Lied

Autor: Maximilian Gehrmann Veröffentlicht: 08. April 2015
Quelle: imago

Fans vom FC Utrecht bedachten ihre Gäste aus Amsterdam am Wochenende mit einem judenfeindlichen Lied. Nicht das erste Mal, dass sich Anhänger des Hauptstadtklubs solche Anfeindungen anhören mussten.

Fußball und Politik warben am vergangenen Wochenende gemeinsam für Integration und sprachen sich gegen Rassismus aus. Der 26. Spieltag stand unter dem Motto: Mach einen Strich durch Vorurteile. Dank der Arbeit von Vereinen, Verbänden, Fans und Ultras werden rassistische Ausfälle in deutschen Stadien immer seltener und werden vielerorts geächtet. In den benachbarten Niederlanden scheint diese Entwicklung noch nicht so weit fortgeschritten zu sein. Insbesondere Fans von Ajax Amsterdam sehen sich häufig mit antisemitischen Parolen gegnerischer Fans konfrontiert. Am vergangenen Wochenende war es wieder so weit. Während des Gastspiels beim FC Utrecht sagen die Fans der Heimmannschaft:

„Mein Vater war in der Heeresleitung 

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meine Mutter war in der SS. 

Zusammen haben sie die Juden verbrannt, 

weil Juden am besten brennen.“

Amsterdam galt vor dem Zweiten Weltkrieg als „Jerusalem des Westens“. Von den rund 80.000 Juden, die damals in der Stadt lebten, waren viele tatsächlich Ajax-Fans. Vor dem Bau der modernen Arena in den 90er Jahren trug Ajax seine Heimspiele im Osten der Stadt aus, in dem ein Großteil der jüdischen Bevölkerung Amsterdams lebt. Das jüdische Image wird von Ajax-Fans und Gegnern gleichermaßen genutzt. Immer wieder kommt es dabei zu antisemitischen Verfehlungen. Im Jahr 2011 wurde der Mittelfeldspieler Lex Immers, damals in Diensten von Ado Den Haag, mit einer Sperre von fünf Spielen belegt, nachdem er nach einem Sieg gegen Ajax ein antisemitisches Lied angestimmt hatte: „Wir gehen auf Judenjagd!“

 Hier ein Video des Liedes: