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National

Urteil nach Hallenturnier-Randale in Bielefeld

Autor: Robin Schwitzer Veröffentlicht: 10. Dezember 2014
Quelle: imago

Ein 20-jähriger Kickers-Emden-Anhänger saß am Montag auf der Anklagebank. Ihm wurde vorgeworfen bei einem Hallenturnier in Bielefeld im Januar dieses Jahres eine „versuchte Gefangenenbefreiung“ begangen zu haben.

Der aus dem Moormerland stammende Tatverdächtige soll laut Polizeibericht an massiven Ausschreitungen zwischen der aktiven Ultraszene aus Meppen und Osnabrück beteiligt gewesen sein. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, äußerte sich ein Polizist zu den Vorfällen im Januar, berichtet die Ostfriesen-Zeitung. Auf „unterirdischem Niveau“ sollen sich Anhänger beider Fanlager beschimpft haben.

Den Ultras aus Meppen sei es später gelungen sei, einen Zaun aus Verankerung zu reißen. Als die Gruppe dann auf die aktive Fanszene der Osnabrücker losgehen wollte, wurde das Spiel unterbrochen. Eine Hundertschaft von Polizisten musste eingreifen. Bei den Auseinandersetzungen wurden zwei Ordner verletzt.

Polizist erscheint nicht zum Gerichtstermin

Am Montag musste sich der Moormerländer vor dem Amtsgericht in Leer verantworten. Videoauswertungen zu Folge soll der Angeklagte versucht haben, einen von der Polizei festgehaltenen Meppener-Anhänger zu befreien. „Ich wollte ihm nur hochhelfen, weil er am Boden lag“, äußerte sich der 20-Jährige laut der OZ zu den Beschuldigungen. Der Polizist, der den Kickers-Fan beschuldigte, war zum Gerichtstermin allerdings nicht geladen. Somit konnte der Vorwurf nicht nachgewiesen werden. Der Richter stellte das Strafverfahren ein, weil so nur noch der Vorwurf des erheblichen Widerstand gegen die Staatsgewalt dem Tatverdächtigen zu Laste lag. Der 20-Jährige muss nun 600 Euro zahlen. Die Strafe kommt dem Leeraner Verein JupS (Jugend- und präventive Sozialarbeit) zu Gute.

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Der angeklagte Anhänger von Kickers Emden war mit mehreren Emder Fans nach Bielefeld gereist um dort Freunde aus Meppen beim Hallenturnier zu unterstützen. Gegen 16 weitere Meppener wurde im Anschluss an das Turnier ein Strafverfahren von der Polizei eingeleitet. Zehn Personen, darunter auch der angeklagte Emden-Fan, wurden mit einem bundesweiten Stadionverbot belegt. Der Angeklagte sagte am Montag vor Gericht aus, der Ultra-Szene nicht mehr anzugehören.

 

rs