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National

Unser Held des Tages: Christian Streich

Autor: Maximilian Gehrmann Veröffentlicht: 16. April 2015
Quelle: imago

Der Trainer des SC Freiburg, Christian Streich, warnt vor den Folgen einer „vollständigen Kommerzialisierung“ und kritisiert die neuen Ausnahmeregelung der 50+1 Regel.

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Die Debatte um die Kommerzialisierung des Fußballs ist durch den kometenhaften Aufstieg von RB Leipzig aktueller denn je. Im Interview mit dem Kicker äußerte sich der Trainer des SC Freiburg besorgt: „Es geht darum, das Spiel vor der vollständigen Kommerzialisierung zu schützen, damit das Geld nicht irgendwann – symbolisch gesprochen – über dem Spielfeld liegt und das Spiel und die Menschen, die es lieben, gar nicht mehr erkennbar sind.“

In der 50+1-Regel sieht Streich einen Grund für die Attraktivität der Bundesliga: „50+1 finde ich super, Deutschland hat sportpolitisch in den vergangenen 20 Jahren viel richtig gemacht. Deshalb kommen die Fans noch ins Stadion, deshalb gibt es diese Nähe und Konkurrenzsituation.“ Der Fußball werde auch weiterhin von Investoren und Menschen, „die das Spiel nicht lieben“ aus nachvollziehbaren Gründen beeinflusst. „Das wird weiter voranschreiten, es sei denn, es gibt sportpolitische Einschränkungen“, sagt Streich.

Die neuen Ausnahmeregelung der 50+1 Regel für Vereine wie Hoffenheim und Hannover hält der Freiburger für „falsch und bedenklich“. Er findet: „Ein Verein gehört nicht einem Menschen. Der Verein gehört den Menschen und Mitgliedern, die sich mit ihm identifizieren. Ein Verein ist kein Ort, um möglichst viel abzuschöpfen und zu werben, sondern ein Gemeinschaftsort. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, ohne Gemeinschaft ist er nicht überlebensfähig. Das Gemeinschaftserlebnis auf dem Fußballplatz steht über der vollständigen Kommerzialisierung.“