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National

„Unabgestimmt und zu dramatisch“

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 27. Juni 2014
Quelle: imago

Am Mittwoch hat der SV Werder Bremen mit einer Reisewarnung für das anstehende Testspiel gegen den polnischen Erstligisten Pogon Stettin für Aufsehen gesorgt. Offenbar auch in den eigenen Reihen. Noch am Donnerstagabend hat der Bundesligist öffentlich zurückgerudert. Auch eine Reaktion aus Polen ließ nicht auf sich warten.

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Zunächst hatte Werder seinen Fans noch ausdrücklich davon abgeraten, die Testspielreise mit anzutreten. Die Polizei habe Informationen, nach denen vor Ort ein „hohes Gewaltpotenzial“ und „rechtsextreme Strukturen“ anzutreffen seien. Klaus Filbry ist nun um Schadensbegrenzung bemüht. Der Vorsitzender der Bremer Geschäftsführung erklärte auf der Vereinshomepage: „Diese Meldung basierte auf Informationen, die hier im Hause vorlagen, wurde jedoch unabgestimmt und zu dramatisch verfasst. Die Hintergründe waren sicherlich Sicherheitsaspekte, die wir traditionell groß schreiben. Aber hier wurde über das Ziel hinaus geschossen. Wir können gut nachvollziehen, dass sich viele Fußballfans nicht nur in Stettin dadurch zu unrecht diskreditiert gefühlt haben. Für diese Pauschalisierung und diesen Eindruck möchten wir uns entschuldigen.“

Pogon Stettins Vorstandsvorsitzender Jaroslaw Mroczek reagierte ebenfalls auf die ungewöhnliche Reisewarnung und lud demonstrativ alle Werder-Fans zum Testspiel am Dienstag, 8. Juli ein. „Mit großer Freude werden wir die Fans von Werder Bremen bei uns begrüßen. Wir sind sicher, dass sich die Reise nicht nur für das Testspiel lohnt, sondern auch zum Kennenlernen unserer wunderschönen Stadt. Wir wollen zeigen, dass die Skepsis unbegründet ist. Im Stettiner Stadion ist es seit vielen Jahren zu keinerlei Ausschreitungen mehr gekommen. Wir werden gute Gastgeber sein, die in der Lage sind, gemeinsam mit allen deutschen Fußballfans ein friedliches Fußballfest zu erleben.“ Filbry begrüßte die Reaktion und sagte: „Auch in Stettin wird es die Mehrheit an Fußballfans sein, die sich für das Spiel und ein tolles Fest im Stadion interessieren. Für diese Anhänger sind wir dorthin eingeladen worden. Für diese Fußballfans gehen wir dort aufs Feld.“