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Umstrittener Polizei-Einsatz: Hannover-Fans verpassen Auswärtsspiel

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 02. Oktober 2017
Quelle: imago

Weil der Mannschaftsbus von Hannover 96 im Stau stand, wurde die Partie bei Borussia Mönchengladbach mit zehn Minuten Verspätung angepfiffen. Die 96-Profis waren jedoch nicht die einzigen, die Probleme bei der Anreise hatten.

Rund 190 Fans von Hannover 96 verpassten die Partie, nachdem sie am Mönchengladbacher Hauptbahnhof von der Polizei in Gewahrsam genommen wurden, weil sie „ohne Grund und unerwartet den Zug“ verlassen hatten, wie es im Polizeibericht heißt.

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Vom Ausstieg in Mönchengladbach erhofften sich die Fans offenbar eine zügigere Ankunft am Stadion. Die Polizei wollte jedoch, dass die Fans bis zum Hauptbahnhof Rheydt fahren. Nach Darstellung der Fanhilfe Hannover kommunizierten die Beamten dieses Anliegen jedoch nicht.

Um die Hannover-Fans zurück in den Zug zu bringen, setzten die Bundespolizisten laut Fanhilfe daraufhin „ohne weitere Vorwarnung“ Gewalt ein. Die Polizei hingegen spricht von Flaschenwürfen gegen Beamte.

Im Anschluss an die Auseinandersetzungen nahm die Polizei sämtliche Fans in Gewahrsam und stellte die Identitäten fest. „Selbst weiblichen Fans wurde der Gang zur Toilette verwehrt“, beklagt die Fanhilfe die Durchführung der Maßnahme. Ohne das Spiel gesehen zu haben, schickte die Polizei die Hannover-Fans schließlich zurück in die Heimat.

Die Fanhilfe Hannover verurteilt des Vorgehen der Bundespolizei auf das Schärfste. „Es ist offensichtlich, dass die Eskalation bewusst herbeigeführt wurde. So lassen sich wunderbar für die Polizei die internen Datenbanken füllen, die zu absurd hohen Zahlen an vermeintlichen Gewalttätern in der hannoverschen Fanszene führen und die unnötig hohen Einsatzstunden der Polizeibeamten rechtfertigen sollen.“

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