Anzeige

International

Ultras Rapid verteidigen Pyro-Einsatz

Autor: Zienau Veröffentlicht: 02. März 2015
Quelle: imago

Österreichs Fußball-Liga hat ein Problem. Sie lässt sich nicht gut verkaufen, viele Stadienplätze bleiben unbesetzt. Wer daran Schuld hat, ist unklar. Der Ligavorstand sieht einige Problemfans als Ursache. Der Einsatz von Pyrotechnik sei gefährlich und verantwortungslos. Die Ultras lassen dies jedoch nicht auf sich sitzen. Ihrer Meinung nach ist das mangelhafte Management und die Suche nach Sündenböcken Hauptgrund der Misere. 

„Unbespielbare Plätze, unattraktiver Fußball, leere Stadien. Ihr verurteilt unser Feuer der Leidenschaft, um von eurer Unfähigkeit abzulenken!“ Das stand auf einem Spruchband, welches die Ultras von Rapid Wien im Spiel gegen den SK Sturm Graz präsentierten. Auf ihrer Website haben sie sich anschließend gegen einige Vorwürfe verteidigt und sich für den Einsatz von Pyrotechnik stark gemacht.

 

Sie werden weiterhin Pyrotechnik verwenden, da sie nicht unterbinden könnten und wollten, dass Einzelne Feuerwerk abbrennen würden. Daher hätten sie sich entschlossen es gezielt und kontrolliert zu tun. Gleichzeitig sei dies ein Protest gegen ungerechte Kollektivstrafen. Diese seien nicht nur unwirksam, sondern würden die Bemühungen der Österreichischen Liga untergraben. Der Wunsch nach besserer Stimmung ließe sich nicht mit ausgesperrten Fans vereinigen.

Auch das Konzept „Pyrotechnik ist kein Verbrechen“ erklären die Fans für gescheitert. Neben Schweden ist Österreich das einzige europäische Land, welches einen kontrollierten Einsatz von Pyrotechnik erlaubt, solange gewisse Vorgaben beachtet sind. Allerdings, erklären die Ultras, seien weiterhin Fans verurteilt worden, da sie angeblich gegen diese Vorgaben verstoßen hätten. Daher habe man aufgegeben den legalen Weg zu gehen, da auf Seiten des Verbandes wenig Kooperationsbereitschaft herrsche. Der Vorstand der österreichischen Bundesliga, Christian Ebenbauer, sieht ebenfalls keine Zukunft für legalisierte Pyrotechnik in Stadien.

 

Gegen den Vorwurf, dass Pyrotechnik nur dem Verein schade, entgegnen die Wiener, dass die Strafe für einen Fan pro Fackel oftmals viel höher ist, als die für den Verein. Außerdem litten die Fans zudem noch unter Stadionverboten. Dennoch wolle man nicht einlenken. „Wir sind der Meinung, dass der Einsatz von bengalischen Fackeln oder Rauch die Stimmung anheizt und zu einer optischen wie akustischen Verbesserung der Stadionatmosphäre beiträgt. Durch den beständigen Druck auf die aktiven Fanszenen wurde Pyrotechnik in den letzten Jahren jedoch unbestritten auch stärker zu einem Symbol selbstbestimmter Fankultur und einem Protestmittel von Fans, die für ihre Freiheiten kämpfen“, schreiben die Ultras auf ihrer Website.