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Ultras Nürnberg holen zum Rundumschlag aus

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 03. März 2017
Quelle: imago

Seit dem November des vergangenen Jahres muss man das Verhältnis zwischen dem 1. FC Nürnberg und seinen Ultras wohl eher als Nicht-Verhältnis bezeichnen, jegliche Kontakte wurden abgebrochen. Neuere Entwicklungen könnten nun dazu beitragen, dass sich die Beziehung noch weiter abkühlt. 

So geben die Ultras Nürnberg auf ihrem „Ya Basta!“-Blog bekannt, dass sie beim anstehenden Derby in Fürth auf eine geplante Choreografie verzichten werden, weil die dortigen Verantwortlichen darauf bestanden hätten, dass die Aktion zunächst in Nürnberg angemeldet werden müsse. „Uns erschloss sich der Sinn dahinter nicht, außer Machtspielchen, denn die Nürnberger Fan- und Sicherheitsabteilung hätte sich sicher keinen Zacken aus der Krone gebrochen, wenn man über diesen „Formfehler“ hinweg gesehen hätte“, heißt es dazu von den Ultras Nürnberg.

Ohnehin sei es in letzter Zeit seitens des eigenen Vereins zu Einschränkung bei der Durchführung von Choreografien gekommen, auch wenn es für die verwendeten Materialien keiner Genehmigung bedurft habe. Die Ultras fühlen sich dadurch „darin bestätigt, weiterhin auf Abstand zu bleiben.“ Denn aktuell stehe der 1. FC Nürnberg durch seine derzeit handelnden Personen so schlecht da „wie nie zuvor“, was die Gruppe an folgenden Punkten festmacht:

– Der 1. FC Nürnberg steht mit 29 Punkten nach dem 22. Spieltag in der 2. Liga auf Platz 9. Das ist die schlechteste Platzierung zu diesem Zeitpunkt der Saison seit der Regionalliga 1997/1998.

Das Verhältnis innerhalb der Glubbfamilie (sowohl in der Kurve, als auch am Valznerweiher selbst) ist so schlecht wie nie. Meeske und Herrmann haben einen großen Anteil daran, dass das vorher noch nie so dagewesene Gemeinschaftsgefühl „Ich bereue diese Liebe nicht“ innerhalb von nur 2 Jahren komplett verloren ging und man sich voneinander entfernt. In einigen Themenfeldern treiben sie die Spaltung sogar bewusst voran.

– Nicht unerwähnt darf bleiben, dass auch die Beschwerden der Gästefans über unwürdige Maßnahmen wie Ganzkörperkontrollen (zuletzt beim Heimspiel gegen Bochum) zunehmen. Auch dies ist kein Zufall!

In sportlicher Hinsicht gibt es keinerlei Konzept, keinerlei Perspektive, außer das billige (Wahl-) Versprechen, dass nach einer Ausgliederung „vieles besser/einfacher“ werden würde.

– und wenn man nach den Gründen für die derzeitige Misere fragt, dann bekommt man immer noch zu hören, dass die „Vorgänger-Regierung“ ein Chaos hinterlassen hat und die Bedingungen (-> eV) so schlecht sind.

– ein Teil der Wahrheit ist aber auch, dass der 1. FC Nürnberg immer noch bessere Voraussetzungen als die meisten anderen Zweitligisten hat und es den verantwortlichen Personen trotzdem nicht gelingt, besser dazustehen. Mehr noch: Aus den letzten 1 1/2 Jahren können sie NICHTS vorzuweisen, was die Hoffnung wecken könnte, es würde mit ihnen wieder aufwärts gehen – ob ausgegliedert oder nicht.

Der Abstand tat beiden Seiten gut, denn es war trotz des angespannten Verhältnis ruhig. Es ist also völlig unverständlich, warum der Verein in der jetzigen Situation unnötigerweise wieder auf Konfrontationskurs geht. Der FCN hat derzeit ganz andere Probleme und wenn er glaubt, dass er sich einen weiteren Nebenkriegsschauplatz leisten kann, dann zeigt es sehr deutlich, dass die handelnden Personen den 1. FC Nürnberg nicht verstanden haben und ihn verändern wollen.