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National

Ultras kritisieren Polizeimaßnahmen

Autor: Lukas Schäfer Veröffentlicht: 07. April 2015
Quelle: imago

Obwohl der SC Freiburg einen wichtigen Heimsieg gegen den 1. FC Köln einfahren konnte und dadurch wichtige Punkte im Abstiegskampf holte, gestaltete sich der Stadionbesuch durch die Polizeimaßnahmen für einige Fans als unangenehm.

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Am Montag veröffentlichten die Freiburger Ultragruppen Corrillo Ultras und Natural Born Ultras eine Stellungnahme, in der sie ihren Unmut über die Maßnahmen der Polizei äußern. Die Polizei habe die „Grenzen der Verhältnismäßigkeit“ deutlich überschritten.

Laut Ultras sollen sechs Polizeibeamte die Einlasskontrollen an der Nordtribüne beobachtet haben. Dabei sollen auch zwei zivil gekleidete szenekundige Beamte unter den Polizisten gewesen sein. Außerdem beschweren sich die Fans der Freiburger, dass sich auf der Plattform der Osttribüne zwei Beamte mit einer Video- und Spiegelreflexkamera positionierten. Diese sollen von zwei weiteren szenekundigen Beamten angeleitet worden sein. Da die Spiegelreflexkamera mit einem großen Objektiv bestückt war, gehen die Badener davon aus, dass von sämtlichen Besuchern Nahaufnahmen angefertigt wurden: „Es gibt keinen Anlass, der es rechtfertigen würde, solche Maßnahmen gegenüber der Fanszene zu ergreifen, bei der offensichtlich die Gesichter hunderter Fans abfotografiert und festgehalten werden. Wir fühlen uns in unserer Freiheit massiv eingeschränkt und unter Generalverdacht gestellt.“ Besonders in den letzten Monaten habe die Freiburger Polizei die Fanszene kriminalisiert und sei gegen diese immer wieder unverhältnismäßig vorgegangen.

Doch auch für die Fans aus Köln sei der Aufenthalt in Freiburg durch die Polizei äußerst unerfreulich verlaufen. Die Beamten stoppten einen Bus, nachdem ein Insasse seinen Hintern aus einem Busfenster gestreckt haben soll. Der Bus wurde 90 Minuten festgehalten, durchsucht und die Personalien aller männlichen Insassen aufgenommen. Laut Ultras mussten sich zusätzlich sämtliche Insassen teilweise entkleiden, um den „Bösewicht“ anhand einer Tätowierung auf dem Rücken zu identifizieren. Die öffentliche Debatte zur Freiburger Polizei habe offensichtlich noch nicht zu einem Umdenken der Polizeiführung geführt. Es werde weiterhin „mit Kanonen auf Spatzen geschossen“.