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National

Ultras kritisieren Betretungsverbote vor Pokalspiel

Autor: Moritz Gutscher Veröffentlicht: 31. März 2015
Quelle: imago

Vor dem Viertelfinale im DFB-Pokal zwischen Arminia Bielefeld und Borussia Mönchengladbach wurden Dutzende Betretungsverbote gegen die Fans der Fohlen ausgesprochen. In Gladbach zeigt man sich überrascht.

Wenn am 8. April der Drittligist Bielefeld den Bundesligadritten Mönchengladbach empfängt, dürfen einige Anhänger die Bielefelder Alm nicht betreten. Aktive beider Vereine kritisieren das.

Fans beider Vereine pflegen kein besonderes Verhältnis zueinander, weder eine Fanfreundschaft noch eine besondere Rivalität. Zuletzt spielten die beiden Klubs 2009 gegeneinander. Vor der Partie am kommenden Mittwoch wurden nun dutzende Betretungsverbote für die Bielefelder Alm ausgesprochen. Begründet wurden diese mit einer „zumindest rivalisierenden“ Beziehung zwischen den beiden Lagern. Des Weiteren seien „Auseinandersetzungen zwischen diesen Fangruppierungen […] nicht auszuschließen.“

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Auf diese Einschätzung reagierte man hüben wie drüben mit Verwunderung und Ärger. In einer gemeinsamen Stellungnahme kritisieren die Lokal Crew und Sottocultura gemeinsam die genannte Einschätzung: „Eine Formulierung, die so vage und theoretisch formuliert ist, dass wohl jedes Fußballspiel darunter fallen dürfte, bei dem beide Fanszenen nicht ausdrücklich befreundet sind.“

Es wird angemerkt, dass sogar bei dem Westfalenpokalspiel gegen 1.FC Kaan-Marienborn eine Vielzahl von Betretungsverbote gegen Bielefelder Fans ausgesprochen wurden. Die jüngsten Vorsichtsmaßnahmen halten beide Gruppen für unangemessen und überzogen:

Betretungsverbote sind ein massiver Eingriff in die Bewegungsfreiheit. Grundsätzlich ist zu hinterfragen, inwiefern Fußballfans im Rahmen ihrer Leidenschaft mit solchen Maßnahmen überzogen werden und ob die ganze Prozedur nicht völlig an der Sache vorbei und über das Ziel hinaus geschossen ist. Besonders grotesk wird es aber dann, wenn nicht vorbestraften Personen die Einreise in eine Stadt verboten wird, obwohl überhaupt kein besonderer Anlass zur Sorge vor irgendwelchen Problemen besteht. Als Ultrágruppen der beiden Vereine stellen wir uns gegen diese unbegründete Repression und lehnen sie ab. Dass wir uns gemeinsam in dieser Sache zu Wort melden soll unterstreichen, dass die Begründung der Verbote einfach an den Haaren herbei gezogen ist.

Die komplette Stellungnahme findet ihr hier.