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National

Ultras entschuldigen sich für Schalklau

Autor: Lukas Schäfer Veröffentlicht: 23. April 2015
Quelle: imago

Karfreitag fand der von BVB-Fans organisierte Heinrich-Czerkus-Gedächtnislauf statt. Dabei wurde ein Familienvater von Mitgliedern der Dortmunder Ultragruppe “The Unity” angegriffen, weil er einen Schal der Ultras St.Pauli getragen hatte. Nun entschuldigte sich die Fangruppe öffentlich für den Vorfall. Doch nach wie vor gibt es Kritik – auch aus den eigenen Reihen.

Unter dem Motto “Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg! Kick Racism out!” fand am Karfreitag in Dortmund der von BVB-Fans organisierte Heinrich-Czerkus-Gedächtnislauf statt (Fanzeit berichtete). Dabei sollen drei Dortmunder Ultras versucht haben, einem 40-jährigen Teilnehmer des Gedächtnislaufs im Beisein seiner Kinder seinen St.-Pauli-Fanschal abzunehmen.

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Im „Vorspiel“, dem Kurvenflyer der Borussia Dortmund Ultras, entschuldigte sich „The Unity“ nun öffentlich zu diesem Vorfall: „Was unter normalen Umständen unter Ultras Gang und Gäbe ist, ist an einem solchen Tag sicher fehl am Platz. Wir haben uns hierfür beim Heinrich-Czerkus-Fanclub als  Veranstalter persönlich und ausdrücklich entschuldigt und möchten das auch an dieser Stelle öffentlich tun“.

Für die kommenden Jahre sei zu hoffen, dass der vom Heinrich-Czerkus-Fanclub initiierte Lauf ähnlich großes Interesse hervorrufe, wie in diesem Jahr.

Im Nachgang des Gedächtnislaufs war auch innerhalb der Dortmunder Fanszene Kritik am Verhalten der Ultras laut geworden. So bezeichnet die Initiative „ballspiel.vereint!“ den Angriff auf ihrer Homepage als „nicht hinnehmbar und nicht zu entschuldigen.“ Es sei ein absolutes „no-go“, „dass sich TeilnehmerInnen des Heinrich-Czerkus-Laufs mit Gewalt konfrontiert sehen müssen – gleich welche Vereinsfarbe sie tragen.“ Eine Gedenkveranstaltung wie diese sei „der falscheste Ort, um „Ultra-Spielchen“ auszuleben, gleich ob ein Teilnehmender mit einem „normalen“ Fanschal oder einem Ultraschal dort auftaucht.“