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Uffe Bech bald Mitglied der Sektion Stadionverbot?

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 01. März 2018
Quelle: imago

Weil er im vergangenen August einen Schalke-Fan beim Heimspiel von Hannover 96 gegen den FC Schalke 04 gebissen haben soll, wurde gegen Uffe Bech, mittlerweile an die SpVgg Fürth verliehen, ein Strafbefehl erlassen. Bisher weigert sich der Profi jedoch, die 50 Tagessätze zu jeweils 1.000 Euro zu zahlen und es kommt zum Prozess. Gemäß der DFB-Richtlinien müsste Bech nun eigentlich ein Stadionverbot erhalten. 

Darauf weist die Fanhilfe Hannover in einem offenen Brief an Uffe Bech hin. Da Stadionverbote als Präventivmaßnahme gelten, können sie bereits bei Bekanntwerden der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens ausgesprochen werden und nicht erst nach einer Verurteilung. „Du musst also damit rechnen, schon in den kommenden Tagen ein solches Stadionverbot per Einschreiben zu erhalten“, teilt die Fanhilfe dem dänischen Angreifer mit.

Zudem macht die Fanhilfe darauf aufmerksam, dass bei einem Stadionverbot auch der Ausschluss aus dem Verein drohe. „Ob du aufgrund eines Straftatbestandes verurteilt wirst oder nicht ist in der Praxis nicht relevant“, so die Rechtshilfe-Organisation.

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Das könnte wiederum weitreichende Folgen für den Profi haben: „Es wird zu keinen weiteren Vertragsverhandlungen mit Hannover 96 kommen, da Martin Kind aus guten Gründen ein Gespräch mit dir ablehnen wird. Schließlich hast du nun ein Stadionverbot und wurdest aus dem Verein ausgeschlossen.“

Damit spielt die Fanhilfe auf die Ereignisse der letzten Tage bei Hannover 96 an. In der vergangenen Woche hatte der Verein eine geplante Podiumsdiskussion mit Vertretern der Fanszene abgesagt und diese Entscheidung unter anderem damit begründet, dass einer der Gesprächspartner mit einem bundesweiten Stadionverbot belegt sei.

Laut Fanhilfe wurde jedoch auch dieses Stadionverbot verhängt, ohne dass der Betroffene eine Straftat begangen habe. Die Person geht daher aktuell gerichtlich gegen das Stadionverbot und den damit verbundenen Vereinsausschluss vor.

Bei diesem Vorgehen würde die Fanhilfe auch Uffe Bech unterstützen: „Wir verfügen über Kontakte zu entsprechend qualifizierten Juristen sowohl in Hannover als auch in Franken. Wenn Interesse besteht, melde dich einfach bei uns.“

Die Wahrscheinlichkeit, dass der Däne tatsächlich ein Stadionverbot erhält, geht natürlich gegen Null. Mit ihrem offenen Brief zeigt die Fanhilfe jedoch deutlich auf, wie schnell man in Deutschland ein Stadionverbot erhalten kann, ohne für eine Straftat rechtskräftig verurteilt worden zu sein.