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Hintergründe

UEFA: Das A steht für absurd

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 15. Dezember 2015
Quelle: imago

Im Achtelfinale der Champions League muss Manchester City gegen Dynamo Kiew antreten. Wegen rassistischer Ausfälle ukrainischer Fans wird das Spiel in Kiew vor leeren Rängen stattfinden. Davon betroffen sind neben den Verursachern aber auch die City-Fans. Und das nicht zum ersten Mal. Ein Kommentar über die Absurdität des Strafensystems der UEFA. 

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Es gibt sicher attraktivere Lose als im ukrainischen Winter in Kiew antreten zu müssen. Doch den Trip in die ukrainische Hauptstadt können sich die Fans von Manchester City ohnehin sparen. Die UEFA hat Dynamo wegen rassistischen Verhaltens seiner Anhänger zu drei Geisterspielen im Europapokal verurteilt.

Bereits im letzten Jahr durften Fans der Citizens nicht zum Geisterspiel bei ZSKA Moskau reisen, obwohl sie selbst sich nichts hatten zu Schulden kommen lassen. Selbst das Zuschauen von Hochhäusern, wie es die Fans des FC Bayern München kurz zuvor praktiziert hatten, verbot die UEFA. Was die englischen Fans dann erst Recht auf die Palme brachte, war die Tatsache, dass es doch einige ZSKA-Fans zum eigentlichen Geisterspiel ins Stadion geschafft hatten. Mannschaftskapitän Vincent Kompany fragte damals treffend: „Wer wird denn nun für Rassismus bestraft? Man City oder Moskau?“

Seitdem pflegen die City-Fans die Champions-League-Hymne aus Protest gegen die UEFA bei internationalen Spielen auszupfeifen – mal mit, mal ohne Ton. Es ist ein Treppenwitz, dass der Verband nun deswegen gegen den englischen Vizemeister ermittelt. Ein Verband, dessen Vorsitzender aufgrund von Korruptionsvorwürfen suspendiert wird, sollte sich vielleicht um andere Dinge sorgen als das Auspfeifen eines seiner Liedchen. Zum Beispiel darum, dass sich im Februar in Kiew keine Dynamo-Fans ins Stadion mogeln.