Anzeige

National

Übergriffe auf Fußballfan: Polizist klagt gegen Urteil

Autor: Mirko Lorenz Veröffentlicht: 24. April 2015
Quelle: imago

Ein harmloser 1:0-Heimsieg des FC Ingolstadt gegen Eintracht Bamberg ist auch knapp zwei Jahre später noch Thema für die bayrischen Gerichtshöfe. Nach dem Spiel kam es zu Auseinandersetzungen mit Folgen zwischen Bamberger Fans und der Polizei.

Die „Augsburger Allgemeine“ berichtet über den Vorfall. Dabei schlug ein Polizist mehrfach auf einen 24-Jährigen Bamberger Fan mit einem Schlagstock ein, nachdem dieser ihn gestoßen hatte. Der Polizist musste zurückweichen , fiel aber nicht um. Außerdem verpasste der Polizist ihm mit dem Schlagstock einen Stich in die Rippen. Schließlich wird der Fan, mit auf dem Rücken fixierten Armen, gefesselt. Dieser hatte zunächst eine Bierflasche in der Hand, welche ihm von einem Polizisten abgenommen wurde.

Anzeige

In erster Instanz wurde der beteiligte Polizist im Oktober vergangenen Jahres vom Amtsgericht Ingolstadt zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und vier Monaten verurteilt. Grund war der Dienstbericht über besagten Einsatz. Darin rechtfertigte der Polizist den Schlagstockeinsatz als notwendige Reaktion. Der Anhänger der Bamberger Mannschaft soll ihn in den Rücken getreten und ihn daraufhin mit einer abgeschlagenen Bierflasche bedroht haben. Ein später aufgetauchtes Handyvideo bewies aber, dass sich diese entscheidende Szene wie oben beschrieben zugetragen haben muss. Zu der Überzeugung kam auch das Amtsgericht, das ihn zunächst verurteilte.

Der Polizist geht nun jedoch in Berufung, schließlich steht für ihn einiges auf dem Spiel. Sollte das Urteil des Amtsgerichts rechtskräftig werden, würde der Polizist aus dem Staatsdienst entfernt werden und hätte nach Beamtenrecht auch keine Pensionsansprüche. Aus seiner Sicht muss es sich um ein Missverständnis handeln, das Urteil sei ungerechtfertigt und gehe gegen seine Berufsehre. Er betonte: „Ich habe mit Sicherheit niemand falsch beschuldigt. Ich kann mir nur vorstellen, dass es zwei Situation waren, die ich als eine abgespeichert habe“, zitiert ihn die Augsburger Allgemeine.

Bleibt abzuwarten wie das Gericht entscheidet. Das Ergebnis wird sicherlich für einigen Gesprächsstoff in den Fanszenen sorgen.