Anzeige

National

Trikotrückgabe scheitert an Raphael Schäfer

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 27. Dezember 2014
Quelle: imago

Für viel Aufsehen sorgten die Ultras Nürnberg, als sie im September nach einer 0:3-Niederlage beim Karlsruher SC die Trikots der Mannschaft einkassierten. Nachdem die sportliche Tendenz in den letzten Spielen wieder etwas nach oben zeigte, entschloss sich die Gruppe den Spielern die Trikots nach dem letzten Spiel des Jahres gegen die SpVgg Greuther Fürth zurückzugeben. Doch die Ultras hatten die Rechnung offenbar ohne Raphael Schäfer gemacht.

Anzeige

Wie die Ultras Nürnberg in ihrem „Ya Basta!“-Blog schreiben, sollte die Rückgabe nach der positiven Gesamtentwicklung der letzten Spiele und dem Unentschieden gegen Fürth „als eine Art `Handschlag´, `Danke´ oder auch als gewisse Geste der `Einsicht´“ erfolgen. Doch bevor Mannschaftskapitän Jan Polak die Trikots in Empfang nehmen konnte, ging offenbar der zum Ersatztorwart degradierte Ex-Kapitän Raphael Schäfer dazwischen und lenkte die Mannschaft in die Kurve, sodass Polak die Trikots nicht mehr stellvertretend für alle habe annehmen können.

Die Arbeitskleidung der Spieler wurde dann schließlich auf der Weihnachtsfeier der Ultras Nürnberg versteigert, wobei 855 Euro für einen guten Zweck zusammen kamen. Rückblickend betrachten die Ultras ihre Aktion durchaus selbstkritisch: „Ja, man hätte die Rückgabe besser organisieren und mit der Mannschaft kommunizieren können/müssen. […] Selbstkritisch müsste man eigentlich sogar die Option mit einbeziehen, dass die Spieler die Trikots vielleicht nicht zurück wollen. Nach dem Motto: `Ihr habt sie uns abgenommen – und jetzt zeigen wir Euch mit sportlichen Leistungen, dass diese Geschichte ungerechtfertigt war´“. heißt es im Ya Basta!-Blog.

Raphael Schäfer werfen die Ultras hingegen „mangelnde Gesprächsbereitschaft“ vor: Es sei problematisch, „dass ein einzelner Spieler, dessen sportliches Wirken in naher Zukunft endet, immer noch so viel Einfluss auf die Mannschaft hat.“ An anderer Stelle heißt es über den Torwart: „Er mag emotional sein, er mag sich mit dem Verein mehr als andere identifizieren, er mag in seiner Welt ehrlich und authentisch reagieren – besonnen, versöhnlich und mit Respekt gegenüber den Fans ist er jedoch nicht.“