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National

SVB-Fans wehren sich gegen Darstellung von Verein und Polizei

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 03. Juni 2016
Quelle: imago

Der Polizeieinsatz gegen Fans des SV Babelsberg beim Landespokalfinale in Brandenburg sorgt weiter für Diskussionen. Auf eine gemeinsame Erklärung von Polizei, Verband und den beiden Vereinen reagiert die Fanszene mit Unverständnis. 

So wirft der Zusammenschluss Nur03 Verein und Polizei vor, „verharmlosend niedrige Zahlen“ in Bezug auf verletzte Personen bekannt zu geben. Während in der gemeinsamen Presseerklärung von überwiegend leicht verletzten Fans die Rede ist, heißt es von den SVB-Fans: „Die vorläufige Zählung des Fanprojekt Babelsberg macht deutlich, dass es sehr wohl mehrere Schwerverletzte und über 100 (leicht) Verletzte gab. Hinzu kommen die zahlreichen traumatisierten jungen und alten Menschen.“

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Zudem kritisiert der Fan-Zusammenschluss das Bedauern der Verletzten bei gleichzeitiger Rechtfertigung des Einsatzes vonseiten der Polizei und des Vereins. So hatte SVB-Präsident Archibald Horlitz gesagt: „Der Einsatz von polizeilichen Zwangsmitteln als letzte Alternative zur Verhinderung von Gewalt unter Fans und Angriffen auf Polizeibeamte ist unstrittig und generell Linie des Vereins. Unbeteiligte, friedliche Fans dürfen dadurch jedoch nicht in Mitleidenschaft gezogen werden.“

Peter Meyritz, Leiter der Polizeidirektion West, erklärte: „Ich bedauere jedoch, dass offenbar auch Unbeteiligte durch den Einsatz von Reizgas betroffen waren. Wir werden bei zukünftigen Lagebewältigungen, die aus der Nachbereitung gewonnenen Erfahrungen einfließen lassen und den Einsatz der Zwangsmittel noch einmal differenziert nachbetrachten.“

Die Fans wollen sich mit diesen Ausführungen jedoch nicht abspeisen lassen. Sie kritisieren auch das „Verschweigen widerrechtlich ungekennzeichneter Beamt*innen“ und fordern ein Nachspiel sowohl im Verein als auch in der Politik.