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Studienergebnis: 70 Prozent aller Stadionverbote treffen Vorbestrafte

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 16. Juni 2015
Quelle: imago

70 Prozent aller Stadionverbote treffen Vorbestrafte, das ist ein Ergebnis einer Studie von Kriminologen der Ruhr-Universität Bochum. Prof. Dr. Thomas Feltes und seine Mitstreiter haben in einer empirischen Erhebung die Fälle von über 2.700 Personen untersucht, die in der Saison 2012/13 von Vereinen und DFB mit einem Stadionverbot belegt waren und dabei noch weitere überraschende Erkenntnisse gewonnen.

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Das Durchschnittsalter der von Stadionverboten betroffen Personen lag demnach bei 29 Jahren, die Bandbreite reichte von 16 bis 74. In 70 Prozent der Fälle ergab ein Blick ins Bundeszentralregister, dass die Personen vor Verhängung des Stadionverbots bereits „vorbestraft“ waren. Mit einigen weiteren Zahlen angereichert relativiert sich das Ergebnis jedoch. Bei der Mehrzahl der Straftaten, die zu einer Eintragung in das Bundeszentralregister geführt hatten, handele es sich um leichtere Straftaten. Gegen weniger als vier Prozent sei eine Freiheitsstrafe verhängt worden. Hinzu komme, dass die „Stadionverbotler“ einer Gruppe angehören, die aufgrund ihres Lebensstils stärkerer polizeilicher Überwachung unterliegen und daher eher Gefahr laufen, entdeckt und verurteilt zu werden. Es liege eine „hohe Sanktionierungsquote bei eher geringer Intensität der Taten vor“, erklärt Feltes. Zudem wisse man aufgrund von kriminologischen Studien, dass auch im Bundesdurchschnitt mindestens 50 Prozent der jungen Männer bis zum Ende des 25. Lebensjahres formell oder informell sanktioniert wurden.

Bei ihren Untersuchungen haben die Forscher zudem eine „Rangliste“ der Vereine mit den meisten Stadionverboten erstellt. In Summe führt Borussia Dortmund diese Statistik an, die Forscher haben die Zahl der Stadionverbote jedoch in Relation pro 100.000 Besucher gesetzt. Dort wiederum landet Energie Cottbus ganz vorne, dahinter liegen Dynamo Dresden, der VfL Bochum und der 1. FC Köln.