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National

Strafverfahren und Führerscheinentzug für Bremer Ultras?

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 12. Mai 2015
Quelle: imago

Gleich zwei Mal kam es bei den letzten Heimspielen des SV Werder Bremen zu Auseinandersetzungen zwischen Ultras und rechten Hooligans des Vereins. Eine nach den Vorfällen am Rande des Nordderbys gegen den Hamburger SV eingesetzte Ermittlungsgruppe hat nun erste „Ermittlungserfolge“ präsentiert. Bei mehreren Wohnungsdurchsuchungen wurden Beweismittel gesammelt, die insgesamt fünf Männer belasten sollen. Alle seien der Ultra-Szene des Vereins zuzuordnen.

Was genau die Ermittler in den Wohnungen der Männer im Alter zwischen 19 und 25 Jahren sichergestellt haben, wollte die Polizei derzeit noch nicht bekanntgeben, da sie die weiteren Ermittlungen gefährdet sieht, die Nachforschungen dauern weiter an. Gegebenenfalls müssen sich auch Personen aus dem Umfeld der Hooligan-Szene noch auf Ungemach einstellen.

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Ein Plakat mit der Aufschrift „Vorsicht Nazihools“ und mehrere Ultras, die offenbar durch die rechte Szene auf einer Website öffentlich gemacht wurden, bestärken die Polizei in dem Verdacht, dass der Auseinandersetzung auch eine politische Dimension zu Grunde liegt.

„Gelbe Karte“ für den Straßenverkehr?

Gegen die fünf Beschuldigten wird wegen gefährlicher Körperverletzung und schweren Landfriedensbruchs ermittelt. Zudem hat die Polizei weitere Maßnahmen angeregt. Neben Betretungsverboten sollen die Männer mit einer „Gelben Karte“ für den Straßenverkehr belegt werden. Diese kann zur Folge haben, dass die Betroffenen als ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen eingestuft werden und ihren Führerschein verlieren, beziehungsweise nicht zur Führerscheinprüfung zugelassen werden. Eine keineswegs unübliche Maßnahme, wie eine Sprecherin der Bremer Polizei gegenüber Fanzeit bestätigt: „Wenn jemand durch dermaßen hohe Gewaltbereitschaft auffällt oder diese schon bei kleinen Anlässen auslebt, können wir so ein Verfahren anregen.“ Letztlich entscheidet das Stadtamt, ob die Maßnahme zum Tragen kommt.