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National

Stolperstein KSC

Autor: Lukas Schäfer Veröffentlicht: 27. Mai 2015
Quelle: imago

Die Erleichterung in Hamburg war groß. Der HSV konnte den ersten Abstieg der Vereinsgechichte vorläufig verhindern. Statt der Hanseaten erwischte es den SC Freiburg. Doch gerettet ist der HSV noch lange nicht.

Der HSV hat den Relegationsplatz abonniert. Wie in der vergangenen Saison muss das Gründungsmitglied der Bundesliga erneut zwei Extra-Spiele im Kampf um den Klassenerhalt bestreiten. Das Hinspiel findet am Donnerstag in Hamburg statt. Die Bundesligauhr läuft weiter. Zumindest erstmal bis zur nächsten Woche. Denn der Karlsruher SC wird für den Bundesliga-Dino kein einfacher Gegner.

Fanspalier für den HSV

Die Fans der Hanseaten mobilisieren vor dem Hinspiel am Donnerstag nochmals alle HSV-Anhänger: „Wir haben gezittert, wir haben gebangt, wir haben gejubelt. Und wir alle haben immer noch Gänsehaut, wenn wir an den 23.05.2015 denken“. Vor dem letzten Spiel der abgelaufenen Saison säumten die HSV-Fans den Weg von der Sylvesterallee bis direkt vor das Stadion und sorgten für „Gänsehautatmosphäre – auch im Mannschaftsbus.“ Die Fans wurden von der Mannschaft gebeten, diese Aktion vor dem Spiel am Donnerstag zu wiederholen. Daher werden alle Fans aufgerufen, „am Donnerstag um 19 Uhr zur Sylvesterallee zu kommen“ und das Team zu begrüßen.“Wir brauchen noch mehr Leute, noch mehr Stimmung.“

Auch die Karlsruher rufen ihre Fans dazu auf, möglichst alle nach Hamburg zu reisen, um die Bundesligauhr abzuschrauben. Viele trauen es dem KSC zu, die Hanseaten in die zweite Liga zu schießen. Denn der Zweitligist weiß, wie man den HSV schlagen kann. 2012 scheiterte der HSV am damaligen Drittligisten Karlsruhe im DFB-Pokal. Während sich der Erstligist sportlich nicht unbedingt weiter entwickelte, stieg der KSC in die zweite Bundesliga auf und klopft nun an der Tür zum Oberhaus an. Neben der besten Defensive der zweiten Liga hat der KSC mit Rouwen Hennings den besten Torschützen in seinen Reihen. Im Wildpark wurde aus dem Konterstürmer Hennings ein spielerisch gereifter Profi. In der vergangenen Saison erzielte er 17 Treffer. „Fast so viele wie der HSV“, scherzte der Spieler in der ARD.

Karlsruhe hat nichts zu verlieren

Während es für den HSV in der Relegation um alles geht, hat der Zweitligist nichts zu verlieren: „Wir haben die Kopfarbeit bereits geleistet, als wir nach der Niederlage gegen Darmstadt am Boden zerstört und eigentlich weg vom Fenster waren. Danach haben wir gesehen, was eben doch noch alles möglich ist. Jetzt können wir uns voll auf unsere Stärke besinnen, auf die Mischung aus Herz und Kopf“, erklärte Trainer Markus Kauczinski. Auch am Selbstvertrauen mangelt es der Mannschaft laut Manager Jens Todt nicht: „Chancenlos sind wir auf keinen Fall. Der Bundesligist hat doch mehr Druck, kommt aus einer Negativphase – der Zweitligist aus einer Euphorie. Das sind im Prinzip zwei Pokalspiele: alles oder nichts.“ Auch Linksverteidiger Max glaubt an den Aufstieg: „Wir haben mit der Relegation unser Minimalziel erreicht. Jetzt wird es Zeit, dass wir die Uhr in Hamburg abstellen.“

1.500 Tickets wurden vor dem Hinspiel aus Karlsruhe zurück nach Hamburg geschickt.Obwohl der Hamburger Sportverein bereits in der vergangenen Saison gegen den Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth antreten musste und daher weiß, wie sich die beiden Extra-Spiele anspielen, ist dies kein Vorteil. Die Relegation 2014 demonstrierte, dass sich nicht unbedingt das bessere Team durchsetzt. Die Begegnungen endeten 0:0  in Hamburg und 1:1 in Fürth. Die Auswärtstor-Regel rettete die Hanseaten. Darauf kann sich der HSV in diesem Jahr nicht verlassen.