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National

Stimmungsboykott gegen den DFB

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 28. Juli 2017
Quelle: imago

Aufgrund einer DFB-Strafe dürfen beim heutigen Heimspiel des VfL Osnabrück gegen den SV Wehen Wiesbaden nur 2.500 Fans ins Stadion an der Bremer Brücke. Zudem gilt ein Verbot jeglicher Fanutensilien. Aus Protest gegen diese Maßnahme kündigen die Ultras der Violet Crew für die Partie einen Stimmungsboykott an und rufen alle weiteren Fans dazu auf, sich dem anzuschließen. 

Nachfolgend die Stellungnahme der Violet Crew im Wortlaut: 

Hallo VfL-Fans,

wie allseits bekannt ist, wurde der VfL aufgrund des Einsatzes von Pyrotechnik in Regensburg und von Becherwürfen in Lotte vom DFB Sportgericht, neben einer Geldstrafe von 11.000 €, dazu verdonnert das erste Heimspiel der Saison 2017/2018 unter bestimmten Auflagen durchzuführen. So dürfen am kommenden Freitag Abend maximal 2.500 Fans in die Ostkurve, zudem gilt im gesamten Stadion – ausgenommen der Gästebereich – ein Verbot sämtlicher Fanutensilien (Zaunfahnen, Fahnen, Spruchbänder, Trommeln, Megafon etc.).

Wir haben diese Problematik vor der Saison mehrfach mit der Geschäftsführung und dem Präsidium im Rahmen des wiederaufgenommenen Dialogs besprochen. Wir nehmen positiv zur Kenntnis, dass die Geschäftsführung das vorangegangene Einzelrichterurteil des DFB vom 04.05.17 nicht akzeptiert und eine mündliche Verhandlung erwirkt hat. Allerdings bleibt auch dieses Urteil für uns inakzeptabel – so wie jedes andere, welches durch diesen korrupten, intransparenten und durchtriebenen Verband oder sein sogenanntes Sportgericht ausgesprochen wurde und wird.

Aufgrund der oben beschriebenen Einschränkungen, die von Vereinsseite auf Druck des Verbands auch in aller Konsequenz durchgesetzt werden sollen, sehen wir uns am Freitag nicht in der Lage wie gewohnt die Stimmung im Stadion zu koordinieren oder anderweitig zu dieser beizutragen.

Wie immer wenn es um den Verzicht auf wesentliche Elemente in der Kurve geht, haben wir uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Allerdings sehen wir uns unter den gegebenen Umständen sämtlicher Mittel beraubt, die für uns eine lebendige und stimmungsvolle Kurve ausmachen. Wir laden alle VfL-Fans ein, sich unserem Verzicht anzuschließen. Führt euch bitte vor Augen, dass es hier um viel mehr geht, als gegen den im Urteil geahndeten Verstoß gegen die Stadionordnung bzw. Ordnungswidrigkeiten in Regensburg und Lotte. Der DFB dreht viel mehr immer weiter an der Schraube des Unfassbaren. Die Selbstherrlichkeit mit der über die eigenen, oftmals millionenschweren Verfehlungen hinweggegangen wird, die Arroganz mit denen sowohl den im Verband organisierten Vereinen aber auch ganz Fußballdeutschland auf der Nase herum getanzt wird, ist kaum noch in Worte zu fassen. Uns sollte allen klar sein: wenn der Fußball für uns Fans eine Zukunft haben soll, die nicht allein durch Geld, Status und Macht bestimmt wird, dann muss sich im DFB etwas grundlegend ändern. Es kann nicht sein, dass Fans und Vereine gegängelt, ausgequetscht und erpresst werden, wenn im Gegenzug der Verband irgendwelche Deals mit Verbänden von Staaten wie der Volksrepublik China eingeht, in der z.B. die Todesstrafe zum Alltag gehört.

Um diesen Kurs zu korrigieren, sind wir alle gefragt: Fans, Vereine und auch die wenigen Sportfunktionäre, die noch ein Gewissen ihr

eigen nennen können. Wir werden dieses Urteil noch einmal im wahrsten Sinne des Wortes wortlos hinnehmen und am Freitag für die 90 Minuten schweigen. Wenn ihr euch anschließt und so das ganze Stadion ruhig ist, wer weiß, vielleicht wird so dem eigens zu diesem Spiel entsendeten DFB-Beobachter klar, dass für ein richtiges Fußballspiel hier einiges fehlt. Wir hätten es dann noch einmal im Guten versucht…Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Es sollte darüber hinaus jedem klar sein, dass wir den Kampf um unseren Fußball noch nicht aufgegeben haben. Wir stecken jetzt vielleicht noch einmal zurück, aber nur um Anlauf zu nehmen, für die Dinge die da kommen. Wir werden in den kommenden Spielen laut, bunt und kreativ durchstarten und mit der Mannschaft gemeinsam da anknüpfen, wo wir in Karlsruhe aufgehört haben! Seid dabei!

Über unsere Entscheidung haben wir die Geschäftsführung, das Präsidium und die Mannschaft im Vorfeld informiert.