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National

Statt 400.000 Euro Schadensersatz: Freispruch für Becherwerfer

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 25. Juni 2014
Quelle: imago

Die letzten drei Jahre müssen nicht einfach gewesen sein für einen 46-Jährigen St.-Pauli-Fan. Zu einer Geldstrafe von 12.000 Euro auf Bewährung und zur Zahlung von insgesamt 3.000 Euro an Schiedsrichter-Assistent Thorsten Schiffner und an die Sepp-Herberger-Stiftung war er ohnehin schon verurteilt worden. Weiterhin baumelte seit dem Urteil des Amtsgerichts Hamburg im November 2011 das Damoklesschwert einer Regresszahlung an seinen Verein über dem Familienvater. Der FC St. Pauli hatte ein Heimspiel in Lübeck vor nur 12.500 Zuschauern austragen müssen und damit nach eigenen Angaben 400.000 Euro Schaden erlitten. Und das alles wegen eines Becherwurfs.

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Dass der Angeklagte beim Spiel gegen den FC Schalke 04 am 1. April 2011 einen Bierbecher in Richtung Spielfeld geworfen hat, bestreitet niemand. Dass Schiffner von einem Becher getroffen wurde, ist ebenfalls belegt. Für beide Vorfälle gibt es Zeugen. Ein ärztliches Attest bescheinigte dem Schiedsrichter-Assistenten, der über starke Kopfschmerzen geklagt hatte, zudem eine Halswirbeldistorsion und eine Nackenprellung. 

In einer Berufungsverhandlung kam das Landgericht Hamburg nun aber zu dem Schluss, dass es nicht zweifelsfrei erwiesen sein, ob es tatsächlich der Becher des vor drei Jahren Verurteilten war, der den Linienrichter getroffen hatte und sprach den Angeklagten frei. Eine Regressforderung des Zweitligisten dürfte mit diesem Urteil nun ebenfalls vom Tisch sein. Der Angeklagte schwieg während der gesamten Verhandlung.