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Stadt sperrt Stadion: Sachsen-Anhalt-Derby wird zum Geisterspiel

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 24. November 2016
Quelle: imago

Damit hatte wohl niemand gerechnet: Das Hüpfen der Fans des 1. FC Magdeburg beeinträchtigt die Sicherheit im Stadion offenbar so stark, dass das Derby gegen den Halleschen FC unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen werden muss. Eine kurzfristige Verlegung ist nicht möglich. Der FCM bezeichnet den Zustand für den Verein und seine Fans als „unerträglich“. Nachfolgend die Mittelung des FCM dazu im Wortlaut:

Am gestrigen Mittwochnachmittag, 23.11.2016 wurde der 1. FC Magdeburg Stadion- und Sportmarketing GmbH von der Landeshauptstadt Magdeburg, Eigentümer des Stadions Magdeburg, eine Nutzungsuntersagungsverfügung der Tribünen in allen Blöcken der MDCC-Arena für das kommende Heimspiel in der 3. Liga gegen den Halleschen FC (Samstag, 26.11.2016, 14:00 Uhr), zugestellt. Diese beinhaltet, dass sich in den Blöcken bzw. auf den Tribünen während des Fußballspiels keine Zuschauer aufhalten dürfen.

Die Nutzungsuntersagung beinhaltet ferner den Hinweis, dass die 1. FC Magdeburg Stadion- und Sportmarketing GmbH, ein entsprechendes „Austauschmittel“ anbieten könne, sofern dieses geeignet sei, „Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung, insbesondere Personenschäden, auszuschließen (z.B. Nachweis geeigneter organisatorischer Maßnahmen zur bestimmungsgemäßen Nutzung der Blöcke durch die Zuschauer)“.

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In der Pressemitteilung der Landeshauptstadt Magdeburg vom 22.11.2016 hatte diese unter Bezugnahme auf die Befunde der von ihr mit den Messungen beauftragten Ingenieursfirma folgende Aussage getroffen: „Da ohne das Gutachten das weitere bauliche Vorgehen noch nicht feststeht, kann nur durch Verhaltensänderungen der Stadionbesucher eine temporäre Entlastung der Tribüne erreicht werden. Deshalb fordert die Stadtverwaltung von allen Besuchern der MDCC-Arena, das Hüpfen während des Stadionbesuchs strikt zu unterlassen.“ Und ferner: „Der unmissverständliche Appell der Landeshauptstadt als Eigentümerin des Stadions lautet daher: Fans, bitte unterlasst das Hüpfen auf den Rängen!“

Mario Kallnik (Geschäftsführer 1. FC Magdeburg Stadion- und Sportmarketing GmbH): “Die Durchführung der Heimspiele des 1. FC Magdeburg in der MDCC-Arena sind nur unter Gewährleistung der Sicherheit für die anwesenden Fans und Zuschauer möglich – dies genießt oberste Priorität für alle Vereinsverantwortlichen. Hüpfen ist seit jeher Teil der mannigfaltigen Fankultur von allen blau-weißen Anhängern. Es ist derzeit, auch aufgrund des ausstehenden schriftlichen Gutachtens des untersuchenden Ingenieurbüros unklar, wie sich das Hüpfen im Detail auf den baulichen Zustand aller Bereiche der MDCC-Arena auswirkt. Als Maßnahme, ein generelles Hüpfverbot in den Blöcken bzw. auf den Tribünen auszusprechen, ist für ein Heimspiel mit tausenden Fans bzw. Zuschauern nicht umsetzbar.“

Der 1. FC Magdeburg war in zahlreichen Gesprächen bestrebt, das Spiel gegen Halle auf einen anderen Termin zu verschieben, was letztlich unter anderem auf Grund der Regularien nicht möglich war. Der Verein sieht sich aufgrund der Nutzungsuntersagungsverfügung und der gegebenen Faktenlage gezwungen, die Partie unter Ausschluss der Öffentlichkeit auszutragen. Der DFB ist hierüber in Kenntnis gesetzt.

Eine bisher nie existierende Faktenlage, die binnen weniger Stunden zu Tage kam, zwingt die Verantwortlichen des 1. FC Magdeburg zu einer lückenlosen Bewertung der Situation und der daraus resultierenden Folgen. Auf Grund dessen bittet der Verein um Verständnis, dass aktuell noch keine konkreten Auskünfte zur weiteren Verfahrensweise, auch mit Blick auf erworbene Tickets für die Partie, erfolgen können.

Abschließend möchte der 1. FC Magdeburg zum Ausdruck bringen, dass die aktuelle Sachlage rund um die MDCC-Arena kurz vor dem Derby gegen den Halleschen FC für alle Beteiligten eine nie dagewesene Situation darstellt. Die aus dem Ausschluss resultierende fehlende Unterstützung der Anhänger ist für Fans, Wirtschaftspartner, Mannschaft, Offizielle und damit für die gesamte FCM-Familie ein nur schwer greifbarer und unerträglicher Zustand.