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National

Stadt Braunschweig macht Hannovers Fandemo zur Farce

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 02. April 2014
Quelle: imago

Die Stadt Braunschweig hat dem Aufruf der Ultras Hannover einen Strich durch die Rechnung gemacht und die geplante Demonstration von etwa 500 96-Anhängern am Derbytag durch Braunschweig verboten. Demonstriert werden darf trotzdem.

Allerdings dürfen die Gästefans vor dem brisanten Derby nicht wie beantragt durch die Stadt ziehen. Stattdessen soll nun ein abgesperrtes Areal westlich des Eingangs zum Hauptbahnhofs für die Kundgebung herhalten. Damit nicht genug: Zudem wird die Demonstration nicht zwischen 12 und 14, sondern zwischen 14 und 16 Uhr stattfinden! So verkommt die Veranstaltung endgültig zur Farce, schließlich beginnt das Derby um 15.30 Uhr.

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Die Einschränkungen seien dem Anmelder der Veranstaltung heute im gesetzlich vorgeschriebenen Kooperationsgespräch mitgeteilt worden, wird Ordnungsdezernent Claus Ruppert in einer Pressemitteilung der Stadt Braunschweig zitiert. Zuvor habe die Polizei, die ebenfalls an dem Gespräch teilnahm, der Stadt eine umfangreiche Sicherheitsanalyse zugeleitet.

Roger Fladung, Polizeivizepräsident bei der Polizeidirektion Braunschweig, sagte, ein Fanmarsch am Tag des Spiels Eintracht stelle eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit dar. Wie die Ereignisse beim ersten Aufeinandertreffen im vergangenen Jahr gezeigt hätten, seien auf beiden Seiten gewaltbereite Personen anzutreffen. Daher sei nicht auszuschließen, dass es bei einem Aufzug von Hannover-Fans durch die Stadt zum Stadionumfeld zu Provokationen und gewalttätigen Zusammenstößen komme, so Fladung weiter. Die Polizei habe daher auch Fanmärsche untersagt, und dies sei letztlich nichts anderes.

„Auch wenn der überwiegende Teil der Fans auf beiden Seiten mit Gewalt nichts am Hut hat, so müssen wir im Interesse der Sicherheit aller die Demonstration aus den genannten Gründen beschränken“, so Ruppert. Auch die zeitliche Verschiebung diene diesem Zweck, da so auch im Bahnhofsbereich ein Aufeinandertreffen von gewaltbereiten Fans vermieden werden könne.

Die Ultras Hannover hatten den Demonstrationszug angemeldet, um für Reisefreiheit und gegen den „Buszwang“ zu demonstrieren. 96 hatte Auswärtstickets für das Derby nur in Verbindung mit einer Busreise verkauft. Nicht wenige sehen darin ein juristisches Problem, einige haben inzwischen sogar den Rechtsweg beschritten.