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National

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Anti-RB-Banner

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 14. Juli 2017
Quelle: imago

In den vergangenen Tagen haben mehrere Fans von Borussia Mönchengladbach Anzeigen erhalten, weil sie beim Heimspiel gegen RB Leipzig ein Spruchband präsentiert haben sollen. Die Fan-Hilfe Mönchengladbach kritisiert das Vorgehen der Staatsanwaltschaft.

Nach den Vorkommnissen rund um das Auswärtsspiel von RB Leipzig bei Borussia Dortmund präsentierten Fans von Borussia Mönchengladbach im Spiel gegen den Aufsteiger ein zweiteiliges Banner mit der Aufschrift: „Wir verurteilen jeden geworfenen Stein …der euch Kunden nicht getroffen hat!“

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Weil die Staatsanwaltschaft darin offenbar den Tatbestand der „Belohnung und Billigung von Straftaten“ erfüllt sieht, ermittelt sie nun gegen mehrere Gladbacher Anhänger. Die Fan-Hilfe Mönchengladbach hingegen beobachtet es „mit Sorge“, dass sich die Staatsanwaltschaft offenbar zunehmend Meinungsäußerungen im Stadion zuwende.

So kritisiert die Rechtshilfe-Organisation, dass nicht alle Fans, die am Entrollen, Hochhalten oder Aufhängen eines Spruchbandes beteiligt seien, um den Inhalt desselben wüssten. Der Tatvorwurf setze dies jedoch voraus.

Zudem müsse es sich nicht zwangsläufig um eine tatsächliche Billigung von Straftaten handeln, wenn Fußballfans sich „in satirischer, sarkastischer und (wie es für ein Fußballstadion nicht unüblich ist) überspitzter Form“ mit der Hysterie um die Ereignisse in Dortmund auseinandersetzten. Vielmehr sieht die Fan-Hilfe auch solche Äußerungen durch die in Artikel 5 des Grundgesetzes festgeschriebenen Meinungs- und Kunstfreiheiten gedeckt.

Sollte es zu einer Kriminalisierung von Meinungsäußerungen von Fans kommen, fürchtet die Organisation, „dass Fans sich dadurch notgedrungen Wege suchen, um anonym Spruchbänder zeigen zu können – analog der Vorgehensweise bei pyrotechnischen Aktionen.“ Alle von Ermittlungen betroffenen Fans bittet die Fan-Hilfe, sich bei ihr zu melden.